Reise nach "Dildo", "Clit" und "Anus"

21. Februar 2013, 08:11
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Nicht rot werden! Alle diese Ortsnamen klingen in der Landessprache vielleicht völlig harmlos. Eine interaktive Weltkarte fasst sie zusammen

"Wohin fahren wir dieses Jahr auf Urlaub, Schatz?" - "Wie wär's mit Dildo? In Meelick soll es auch ganz schön sein. Oder doch nach Clit? Da gäb's gleich mehrere zur Auswahl!" So oder so ähnlich könnte sich ein Gespräch anhören, wenn der Urlaub mithilfe der interaktiven Weltkarte des Geografen Gary Gale geplant wird.

Sind wir nicht alle ein wenig dem infantilen Humor verfallen? Gales Weltkarte eignet sich hervorragend, um den kleinen, dreckigen Witzeleien ordentlich Stoff zu geben. Er hat sich die Mühe gemacht, ein- bis zweideutige Ortsnamen aus aller Welt zusammenzutragen. Allerdings funktionieren die kleinen Späßchen nur auf Englisch. "Fucking" in Oberösterreich ist natürlich auch unter den "Vaguely Rude Names of the World" - übersetzt in etwa "Leicht anstößige Namen der Welt".

In "Condom" in Frankreich gibt es sogar eine Kathedrale, die diesen Namen trägt. Wer es exotischer mag, fährt nach "Tampon" auf Reunion oder nach "Poo" in Indien. In Indonesien kann man überland von "Anus" nach "Fakfak" reisen, und in Schweden erwartet "Slut" Gäste aus aller Welt.

Ein Atlas der Anzüglichkeiten

Der Weltatlas der schmutzigen Wörter beinhaltet vor allem Körperteile und diverse Aktivitäten, die man mit ebendiesen veranstalten kann. Mitmachen kann jeder, und wer Orte kennt, bei deren Namensnennung jedem das Blut in den Kopf schießt, kann diese für die Karte vorschlagen. In seinem Blog erzählt Gale etwas ausführlicher, was es mit der Karte - abgesehen von ihrem humorigen Inhalt - auf sich hat. Er vermutet hinter dem Schmunzeln über Flughafennamen wie "Bum" britischen Humor. Bei dem Versuch, den typischen britischen Humor und eine Weltkarte unter einen Hut zu bringen entstand VRNW.

Aber geht es nicht anderen Nationen genau gleich, wenn sie anzügliche Ortsnamen lesen? Jene, die es schaffen, bei Ortsnamen wie "Möse", "Wixhausen", "Hodenhagen" oder "Leck" (alle in Deutschland) nicht zumindest zu schmunzeln, dürften in der Minderheit sein. Und warum soll man nicht ein wenig kindisch kichern dürfen, wenn man "St. Blasen" in der Steiermark besucht, durch den Schweizer "Arschwald" spaziert oder den nächsten Urlaub in "Klitoris" in Griechenland verbringt. Leider gibt es für eine deutschsprachige Sammlung von schmutzigen Ortsnamen noch keine Karte. (red, derStandard.at, 21.2.2013)

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