Österreich bleibt Sprungbrett nach Osten

18. Februar 2013, 13:47
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Österreich als Wirtschaftsstandort war im vergangenen Jahr bei internationalen Unternehmen weiterhin gut nachgefragt

Wien - Die Anzahl der neu angesiedelten ausländischen Betriebe in Österreich hat sich 2012 gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent auf 201 erhöht. Damit konnten 2.385 Arbeitsplätze geschaffen werden, ein Plus von rund 30 Prozent. Die dadurch ausgelösten Investitionen verringerten sich aber um 4,7 Prozent auf 282,4 Mio. Euro, so die Bilanz des ABA-Invest in Austria, die von Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) präsentiert wurde.

"Der Standort Österreich ist nach wie vor ausgesprochen attraktiv", resümierte Mitterlehner. Die Betriebsansiedelungen hätte im Vorjahr wieder das Niveau von 2007 erreicht, es sei das zweitbester Ergebnis seit Gründung der Betriebsansiedelungsagentur im Jahr 1982, und die Tendenz sei weiter steigend, so der Minister. Wie viele Unternehmen sich im Vorjahr wieder aus Österreich zurückgezogen haben, konnte Mitterlehner nicht beantworten, darüber gebe es keine Statistiken.

Derzeit werden von der ABA 650 Projekte bearbeitet, 35 davon mit über 100 Mitarbeitern oder über 10 Mio. Euro Investitionsvolumen, führte ABA-Chef Rene Sigl aus. Ein leichter Rückgang bei deutschen Investoren habe durch Investoren aus Osteuropa, den BRIC-Staaten und Italien kompensiert werden können. Erstmals sei im Vorjahr auch ein Betrieb aus Griechenland dabei gewesen.

Sprungbrett nach Osteuropa

Österreich profitiere nach wie vor von seiner Funktion als Sprungbrett nach Osteuropa, so der Minister, weitere Motive für die Ansiedelung seien die Qualifikation und Motivation der Arbeitnehmer und die hohe Stabilität und Rechtssicherheit. Ziel sei es, den Forschungsstandort Österreich weiter zu stärken und für Technologie- und Biotec-Startups zu positionieren.

Die Zahl der neu angesiedelten deutschen Firmen war mit 63 leicht rückläufig. Im Jahr davor waren es noch 71. Zu einem regelrechten Boom kam es dagegen bei italienischen Unternehmen, die sich hauptsächlich in Kärnten ansiedelten - in Summe waren es 22. Die Nachfrage hatte sich verdreifacht. Dahinter folgen Russland mit elf Projekten, Slowenien mit zehn und Ungarn mit neun. Großbritannien und die Schweiz folgen mit acht, China mit bereits sieben und die USA und Brasilien mit jeweils sechs Ansiedelungen.

"China erkennt langsam, dass es in Europa Fuß fassen muss", so Mitterlehner. Unter den chinesischen Firmen war etwa der Erdöl- und Chemiekonzern Baota mit seinem ersten Europa-Standort. Die Ansiedelungsprojekte aus den BRIC-Staaten insgesamt haben sich von 14 auf 26 fast verdoppelt.

Mehr als die Hälfte der neuen Firmen haben sich in Wien angesiedelt (107 Projekte) gefolgt von Kärnten (27) und Oberösterreich (18). Nach Branchen waren die industrienahen Dienstleister mit 32 Projekten voran. Danach folgten Einzelhandel (19), IT (18), Tourismus (15), Kunststoff/Chemie (12) und Life Sciences (11).

Seit 1982 hat die Austrian Business Agency (ABA) bereits 2.358 internationale Betriebsansiedelungen realisiert. Dadurch wurde eine Investitionssumme von 6,5 Mrd. Euro ausgelöst und 45.679 Arbeitsplätze geschaffen, hieß es.

Manager loben Österreich-Standort

Laut einer Umfrage unter 302 europäischen Top-Managern hat Österreich im Vorjahr seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern können. In ebenfalls dem jährlichen erstellten Ranking der ABA konnte sich Österreich hinter Deutschland und Schweden gleichauf mit der Schweiz auf dem dritten Rang platzieren. Ein Jahr zuvor war Österreich hinter den Niederlanden noch auf Platz fünf gelegen.

Die geringste Wettbewerbsfähigkeit trauen die Manager demnach Griechenland und Ungarn zu. Auch Spanien, Italien und Tschechien werden diesbezüglich eher schwach eingestuft. Gegenüber dem Vorjahr hat sich nach Meinung der Manager vor allem in Frankreich die Wettbewerbsfähigkeit deutlich verschlechtert, aber auch in Italien, Belgien, Großbritannien und der Schweiz. Nur in Österreich, Polen und Finnland hat sie dagegen zugenommen. Österreich punktet vor allem bei Lebensqualität, gut ausgebildeten Arbeitskräften und Umwelt- und Bildungsstandards. (APA, 18.2.2013)

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