Virus infiziert Pilz infiziert Pflanze ... und allen geht's besser

US-Wissenschafterin stellt positive Auswirkungen einer Infektionskette fest: Befallenes Gras wird wetterfest

Washington - Von einem Infektions-Kombinationspaket mit positiven Folgen für das "Opfer" berichtete die US-Forscherin Marilyn Roossinck beim Jahreskongress des US-Wissenschaftsverbands AAAS. Sie stellte fest, dass die Infektion mit einem seinerseits infizierten Erreger Pflanzen extreme Klimabedingungen aushalten lässt, unter denen sie sonst eingehen würden.

Gemeinsam mit ihrem Team hat die an der Pennsylvania State University forschende Biologin beispielsweise Pflanzen im Yellowstone-Nationalpark im Nordwesten der USA untersucht, wo der vulkanische Boden sehr heiß werden kann. Die Wissenschafter entdeckten, dass alle Proben einer bestimmten Gras-Sorte von einem Pilz befallen waren, der wiederum mit einem Virus infiziert war.

Kette durchbrochen - mit negativen Folgen

Das Forscher-Team trennte Pilz und Pflanze und befreite den Pilz von dem Virus. Wenig später gingen sowohl Pilz als auch Pflanze bei den herrschenden Temperaturen von mehr als 50 Grad Celsius ein. Als die Forscher die Verbindung aus Pflanze, Pilz und Virus wieder hergestellt hatten, konnten alle Komponenten die Temperaturen überleben. "Das Virus ist absolut notwendig für die Fähigkeit, der Hitze zu widerstehen", sagte Roossinck.

Wie das Virus die Pflanze aber genau wetterfest macht, das haben die Forscher noch nicht herausgefunden. Weitere Untersuchungen könnten möglicherweise in der Zukunft dazu beitragen, Pflanzen auf natürlichem Weg ohne Chemikalien widerstandsfester zu machen, sagte Roossinck. (APA/red, derStandard.at, 18. 2. 2013)

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