Europas Leitbörsen schließen uneinheitlich

18. Februar 2013, 18:27
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Draghi-Rede dämpft Euro-Stoxx-50

Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen sind am Montag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Der Euro-Stoxx-50 verbilligte sich um 1,39 Einheiten oder 0,05 Prozent auf 2.616,65 Zähler. An einem konjunkturseitig ruhigen Handelstag stand die Rede des EZB-Präsidenten Mario Draghi im Mittelpunkt. Der Euro-Stoxx-50 musste zum Zeitpunkt der Rede einen leichten Dämpfer hinnehmen, nachdem er zuvor gegen 15.26 Uhr auf seinem Tageshoch bei 2618,27 Euro notierte.

Draghi ermahnte die Euroländer, bei den Sparanstrengungen nicht nach zu lassen. "Es sind noch beträchtliche weitere Anstrengungen nötig, damit Europa weiterhin aus der Krise kommt", setzte er fort. Weiters hob er das Preisrisiko hervor, das ein starker Euro für die Binnenpreise darstelle. Während die Inflationsrisiken insgesamt ausgewogen seien, stelle der Wechselkurs des Euro in Kombination mit der schwachen Konjunkturlage ein "Abwärtsrisiko" bezüglich der Preisentwicklung dar. Im weiteren Wochenverlauf finden sich die am Wochenende bevorstehenden Wahlen in Zypern und Italien im Blickfeld der Märkte.

In einem europäischen Branchenvergleich lagen Versorgerunternehmen an der Spitze mit einem Zuwachs von 0,81 Prozent. Die deutlichsten Verlierer war die Technologieunternehmen (minus 0,89 Prozent), dicht gefolgt von den Lebensmittelindustrie mit einem Minus von 0,86 Prozent.

Unternehmensseitig will sich die Deutsche Bank im Skandal um Zinsmanipulationen möglicherweise per Klage Millionen-Boni von Händlern zurückholen. Im "Handelsblatt" verweisen Insider auf mögliche Hürden: Die Verträge der betroffenen Händler seien "absolut marktüblich" gewesen. Die Aktie lag zu Handelsschluss mit 0,54 Prozent im Minus und notierte bei 35,785 Euro.

Rückrufaktion bei BMW

BMW ruft wegen Problemen mit der Stromversorgung weltweit rund 750.000 Autos in die Werkstätten. Allein in den USA seien mehr als eine halbe Million Fahrzeuge der Typen Z4 und X1 sowie Wagen der 1er und 3er Reihe betroffen, sagte ein Sprecher des Konzerns. In Europa gebe es keine Rückrufe. Die Aktie des bayrischen Autobauers ermäßigten sich im Euro-Stoxx-50 um 0,34 Prozent auf 71,41 Euro.

Der deutsche Handelsriese Metro setzt angesichts der Billigkonkurrenz aus dem Internet und der gesunkenen Kauflust in europäischen Krisenländern seinen strikten Sparkurs fort - ein neues Stellenabbauprogramm ist aber nicht geplant. Ebenfalls wurde heute bekannt, dass der Mitbegründer des größten deutschen Handelskonzerns Metro, Otto Beisheim, tot ist. Der 89 sei in der Früh in seinem Haus tot aufefunden worden. Die Anteilsscheine des Handelsriesen zeigten wenig Reaktion und schlossen an der Frankfurter Börse mit einem Plus von 0,50 Prozent auf 24,32 Euro.

Die Deutsche Bank hat Lufthansa von "Hold" auf "Buy" und Air Berlin von "Sell" auf "Buy" hochgestuft. Zudem hob Analyst Michael Kuhn in einer Studie vom Montag das Kursziel für die Lufthansa-Titel von 12,50 auf 19,00 Euro an. Für Air Berlin schraubte er das Ziel von 1,40 auf 3,50 Euro nach oben. Beide Werte bezeichnete der Experte als "Top Picks" unter den Titeln kontinentaleuropäischer Airlines. Die Aktien der Fluggesellschaften konnten heute beide an der Frankfurter Börse mit einem Gewinn aus dem Handel gehen: Lufthansa legten 1,68 Prozent auf 15,70 Euro zu, während Air Berlin-Papiere einen Kurssprung von 17,26 Prozent verzeichnen konnten und auf 2,215 Euro notierten.

Bei den Einzelwerten im Euro-Stoxx-50 gingen RWE mit einem Plus von 3,38 Prozent vor E.ON (plus 2,24 Prozent) an erster Stelle aus dem Handel. Das Schlusslicht der Kursliste waren UniCredit mit einem Minus von 1,72 Prozent. (APA, 18.2.2013)

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