Zahl der Einbürgerungen stagniert

Infografik18. Februar 2013, 16:33
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Die Zahl steigt zwar zum zweiten Mal in Folge, historisch aber auf geringem Niveau

Wien - 7.107 Personen haben im Jahr 2012 die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten. Die Zahl der Einbürgerungen ist somit zum zweiten Mal in Folge leicht gestiegen. Mehr als die Hälfte der Einbürgerungen gingen auf einen Rechtsanspruch zurück. Der gilt bei 15-jährigem Wohnsitz in Österreich mit nachhaltiger Integration oder auch nach sechs Jahren bei bevorzugten Gruppen wie anerkannten Flüchtlingen. Ebenfalls häufig ist die Einbürgerung wegen "Erstreckung" auf Familienangehörige.

Von den Einbürgerungszahlen früherer Jahre ist Österreich weiterhin weit entfernt. Im Rekordjahr 2003 wurden 45.112 Menschen eingebürgert. Am anderen Ende der Skala steht 2010, als infolge deutlicher Verschärfungen des Staatsbürgerschaftsrechts lediglich 6.190 Staatsbürgerschaften verliehen wurden. Der Rückgang lässt sich auch an der Einbürgerungsrate ablesen. 2012 lag diese bei 0,7 Prozent, auf 100 Ausländer mit Hauptwohnsitz in Österreich kamen also im Schnitt 0,7 Einbürgerungen. Zwischen 2000 bis 2005 hatte die Einbürgerungsrate laut Statistik Austria durchschnittlich fünf Prozent betragen.

Struktur der neuen Staatsbürger

Die neuen Österreicher sind großteils jung und zu einem Drittel bereits im Land geboren. Etwas mehr als ein Drittel (34,4 Prozent) sind zwischen 30 und 44 Jahre alt, 28,5 Prozent unter 15 Jahre. Nur 1,5 Prozent sind älter als 60. Die 2012 eingebürgerten Personen hatten bisher Reisepässe von 120 unterschiedlichen Nationen. Der Großteil teilte sich aber auf vier Länder auf: die Türkei (1.200 Personen, 16,9 Prozent), Bosnien und Herzegowina (1.131, 15,9), Serbien (710, 10,0) und den Kosovo (423, 6,0).

Gegenwärtig ist ein Regierungsentwurf in Begutachtung, der eine frühere Einbürgerung bei hervorragenden Sprachkenntnissen beziehungsweise bei ehrenamtlichem Engagement oder Beschäftigung im Bildungs-, Sozial- und Gesundheitsbereich ermöglichen soll. (Florian Gossy, derStandard.at, 18.2.2013)

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