Japans Kreditrating bleibt bei 'AA-'

18. Februar 2013, 09:17
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S&P gibt das erste Krediturteil ab, nachdem die neue Regierung versucht, die lahmende Wirtschaft stärker in Schwung zu bringen

Tokio - Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Kreditbewertung Japans nach der Lockerung der Geldpolitik des Landes auf der vierthöchsten Stufe "AA-" bestätigt. Der Ausblick für die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bleibe weiterhin auf "negativ", hieß es in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung. S&P gab damit als erste der führenden Ratingagenturen ein Krediturteil zu Japan ab, nachdem die neue Regierung unter Ministerpräsident Shinzo Abe versucht, die lahmende Wirtschaft des Landes stärker in Schwung zu bringen.

Die Maßnahmen der neuen Regierung unter Shinzo Abe zu Beginn der Amtszeit dürften "äußert wichtig" sein, um den andauernden Verfall der Kreditwürdigkeit zu stoppen, hieß es weiter in der Mitteilung von S&P. Die im Dezember gewählte Regierung versucht, die Deflation in Japan zu beenden und die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Die Regierung in Tokio steht international in der Kritik, weil sie die Notenbank des Landes massiv unter Druck setzt. Sie soll die Geldpolitik weiter lockern, um somit die Konjunktur anzuschieben

Abe wird womöglich diese Woche bekanntgeben, wen er für die Spitze der Notenbank nominiert. Dies sagten mit dem Vorgang vertraute Personen am Montag. Als Favorit auf die Nachfolge des scheidenden Amtsinhabers Masaaki Shirakawa gilt der frühere Spitzenbeamte im Finanzministerium, Toshiro Muto. Darauf scheine es immer mehr hinauszulaufen, sagte eine in den Auswahlprozess eingeweihte Person. Allerdings sei die Angelegenheit noch nicht unter Dach und Fach.

Chefsessel in der Notenbank wird frei

Der Chefsessel bei der Notenbank wird am 19. März frei. Der 69-jährige Muto gilt als geschickt im Verhandeln und als Befürworter einer lockeren Geldpolitik, die er jedoch nicht radikal ausreizen will. Sollte der Vertreter der relativ gemäßigten Linie Shirakawa beerben, wäre dies ein Signal, dass Abe auf politischen Konsens setzt und in Sachen Geldpolitik international nicht noch stärker anecken möchte. BoJ-Gouverneur Shirakawa scheidet vorzeitig aus dem Amt, weil er mit Abe wegen der Geldpolitik überkreuz liegt.

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik hat der japanischen Währung zugesetzt. Der Dollar stieg bis auf 94,20 Yen und notierte damit in Reichweite seines jüngsten 33-Monats-Hochs von 94,47 Yen. Die Gruppe der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) hatte am Wochenende in der Wechselkursdebatte eine direkte Kritik an Japan vermieden.

"Aus Sicht der Märkte wurde damit die Geldpolitik Japans zur Schwächung des Yen abgenickt", sagte ein Händler. Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann sieht das ähnlich: "Die G-20 haben Japan einen Freifahrtschein für die Lockerung der Geldpolitik ausgestellt. Sollte jemand bislang aus Angst vor drohender Politikkoordination gezögert haben, den Yen zu verkaufen, kann er es jetzt getrost tun."Japan hatte mit seiner extrem lockeren Finanzpolitik die Diskussion über einen möglichen Währungskrieg ausgelöst.

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    Aus Sicht der Märkte wurde die Geldpolitik Japans zur Schwächung des Yen abgenickt...

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