Strompreis-Revolte in Bulgarien

17. Februar 2013, 18:39
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Die Privatisierung des Strommarkts in Bulgarien ab 2005 führte in der Praxis zu einem Oligopol

Sofia - Zehntausende Bulgaren gingen am Sonntag in mehreren Städten des Lande auf die Straßen, um gegen die hohen Stromkosten zu protestieren. Zusammenstöße mit der Polizei wurden vor allem aus Sofia gemeldet, wo Demonstranten zum Sitz des Stromproduzenten und -vertreibers CEZ marschieren wollten.

Am Nachmittag ebbten die Proteste ab, gingen aber vor dem Präsidentenpalast in Sofia weiter. "Mafia"-Rufe ertönten dort, ebenso wie zuvor vor dem Wirtschaftsministerium. In Veliko Tarnovo wurde für Pensionisten gesammelt. "EVN hinaus!", stand auf Schildern von Demonstranten in Plovdiv. Im ärmsten Land der EU geben einkommensschwache Familien die Hälfte ihrer Einkünfte für Strom, Gas und Wasser aus.

Die Privatisierung des Strommarkts in Bulgarien ab 2005 führte in der Praxis zu einem Oligopol: Drei Unternehmen haben sich das Land geografisch aufgeteilt - Tschechiens CEZ ist im Westen und der Hauptstadt Sofia aktiv, die niederösterreichische EVN im Südosten Bulgariens und die ebenfalls tschechische Ernergo-Pro, vormals EON, im Nordosten mit der Hafenstadt Varna. Der Chef der Regulationsbehörde war bereits Ende Jänner entlassen worden. (mab, DER STANDARD, 18.2.2013)

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    Die Wiederverstaatlichung des Stromvertriebs forderten Zehntausende von Bulgaren in Sofia.

    Die Wiederverstaatlichung des Stromvertriebs forderten Zehntausende von Bulgaren in Sofia.

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