Asylwerber-Arbeit: Land der Äcker

Kommentar17. Februar 2013, 17:33
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Dass viele Akademiker und Fachkräfte sind, zählt nicht - angesichts der Wahlen in Niederösterreich

Die Innenministerin knöpft sich jetzt auch die Asylwerber vor: Obwohl es hierzulande genug Arbeit für sie gäbe, würden allzu wenige die für sie offenen Saisonnier-Stellen annehmen, lautet Johanna Mikl-Leitners wohlplatzierte Botschaft vor dem Urnengang in Niederösterreich. Wen kümmert da das Faktum, dass der Arbeitsmarkt für arbeitswillige Asylwerber per Gesetz samt entsprechenden Erlässen derart reglementiert ist, dass viele zum Nichtstun verdammt sind? Also krempeln wir für diese Herrschaften endlich die Ärmel hoch - und gehen es an.

Da hätte der Staat den Gurkerlpflücker im Marchfeld im Angebot - für ganze sechs Monate können diese Menschen als zukunftsreiche Erntehelfer anheuern. Dann, sogar noch ertragreicher, gibt es die halbjährigen Hilfsjobs im Tourismus, wenn auch etwas von den Asylunterkünften in den Städten abgelegen - aber wer in unserer schönen Republik bleiben will, der muss halt flexibel sein. Außerdem noch im Offert: Landschaftspflege - vulgo Garteln - für Bund, Länder und Gemeinden. Sogar selbstständig dürfen sich Asylwerber machen - viele starteten bei uns deshalb schon sehr vielversprechende Karrieren als Zeitungszusteller.

Was, nicht wenige sollen dort, von wo sie geflohen sind, Akademiker und Fachkräfte gewesen sein? Egal, das flache Land wählt, da gebietet es einen gewissen Respekt vor unseren Äckern - und davor, dass ÖVP-Mann Martin Bartenstein einst all diese tollen Jobdescriptions erfunden hat. (Nina Weißensteiner, DER STANDARD, 18.2.2013)

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