5000 Stunden Austro-Eurofighter

17. Februar 2013, 17:29
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Politik will Chance auf weitere Exporte wahren

Wien - Vergangenen Freitag hat einer der 15 Eurofighter des österreichischen Bundesheeres die 5000. Flugstunde des Systems in Österreich absolviert - für das Bundesheer ein Grund zum Feiern, für das System selbst ein Beweis der Zuverlässigkeit. Und den braucht das Eurofighter-Konsortium, um angesichts drastisch gekürzter Beschaffungsbudgets in Europa die Produktion für den Export aufrechtzuerhalten.

Die in den 1980er-Jahren angepeilte Zahl von 765 Maschinen wird offenbar nicht erreicht.

Nach den europäischen Partnern Deutschland, Italien, Großbritannien und Spanien war Österreich der erste Exportkunde - und alle haben ihre ursprünglichen Pläne zusammengestutzt; Österreich von zunächst 30 auf 24 (im Jahr 2002), 18 (im Jahr 2003) und schließlich 15 im Jahr 2007. Die ursprünglichen Produktionsländer haben bisher 472 Flugzeuge bestellt, fast 300 weniger als zu Beginn des Projekts vorgesehen.

Export zählt

Umso wichtiger ist für die Herstellerbetriebe der Export: Der größte Auftrag kam aus Saudi-Arabien (72 Stück, davon 24 bereits ausgeliefert) und über einen Folgeauftrag wird spekuliert. Oman bestellte im Dezember zwölf Maschinen aus der Tranche IIIa mit voller Kampffähigkeit (die den österreichischen Flugzeugen fehlt).

Weitere Exportversuche verliefen zäh: Die Schweiz entschied sich für den schwedischen Gripen, Japan wählte den amerikanischen Joint Strike Fighter (Lockheed F-35 Lightning II), Indien im Jänner 2012 die Rafale vom französischen Hersteller Dassault Mirage. Der Rafale-Vertrag ist allerdings noch nicht unterschrieben - obwohl die Unterzeichnung anlässlich des Besuchs von Präsident François Hollande in der Vorwoche erwartet worden war. Diese Woche hofft der britische Premier David Cameron bei seiner Indienreise "die Rafale zu entthronen", wie die französische Libération am Wochenende schrieb.

Für Österreich, das mit dem Betrieb laut Streitkräftekommandant Franz Reiszner gute Erfahrungen gemacht hat, ist das insofern relevant, als eine große Eurofighter-Produktion dem Hersteller technologische Kompetenz sichert, die auch Kunden wie Österreich zugutekommen kann. (Conrad Seidl, DER STANDARD, 18.2.2013)

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