Nach Amazon-Bericht droht Leiharbeitsfirma Lizenzentzug

17. Februar 2013, 18:14
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Sicherheitsdienst Hensel dementiert Schikanierungsvorwurf

Nach der deutschen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen fordert auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier eine Aufklärung über die Arbeitsbedingungen von Saisonarbeitern beim Internet-Versandhändler Amazon gefordert. In einer ARD-Dokumentation waren die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Leiharbeitern am hessischen Amazon-Standort Bad Hersfeld gezeigt worden.

Lizenzentzug

Von der Leyen warnte die Leiharbeitsfirma, die mit Amazon zusammenarbeitet, vor einem Lizenzentzug: "Sollte die Sonderprüfung ergeben, dass an den Vorwürfen gegen die Leiharbeitsfirma etwas dran ist, dann steht die Lizenz auf dem Spiel." Laut Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier sei die Landesregierung für den Fall nicht zuständig, werde aber die Arbeit der zuständigen Bundesagentur verfolgen.

Die hessische Opposition wollte Bouffiers Aufruf nicht gelten lassen. In der "Welt am Sonntag" kritisierte der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen im hessischen Landtag, Kai Klose, den Ministerpräsidenten: Es reiche nicht, dass die Landesregierung sich für nicht zuständig erklärt. Sie müsse jetzt bei der Bundesagentur für Arbeit Überprüfungen anstoßen.

Vorwurf zurückgewiesen

Der private Sicherheitsdienst Hensel European Security Services, der die zumeist ausländischen Mitarbeiter dem Bericht zufolge schikaniert haben soll, wehrte sich in einer Pressemitteilung gegen die Vorwürfe: "Den Vorwurf, unser Unternehmen pflege rechtsradikale Ansichten oder unterstütze diese, weisen wir zurück."

Der Amazon-Subunternehmer bestätigte, Zimmerdurchsuchungen durchgeführt zu haben. Die Durchsuchungen seien zur "Dokumentation etwaiger Beschädigungen oder abhandengekommener Sachen" im Einvernehmen mit dem Hotelbetreiber erfolgt und nicht rechtswidrig. Es gehöre zum Auftrag des Sicherheitsdienstes, "Hoteleigentum der unterbringenden Gastwirte vor Diebstahl und Beschädigung zu schützen."

Amazon will prüfen

Der ARD-Film hatte unter anderem gezeigt, wie Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma die Leiharbeiter und das Film-Team bedrängten und Zimmer durchsuchten. Die Gewerkschaft ver.di wirft dem Konzern schon seit längerem vor, gerade Saisonkräfte schlecht zu bezahlen und etwa mit strengen Kontrollen und Überwachung zu gängeln. Amazon hatte angekündigt, die Vorwürfe zu prüfen. Am Wochenende war bei dem Unternehmen niemand für eine ergänzende Stellungnahme zu erreichen. (APA/red, derStandard.at, 17.2.2013)

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    Deutsche Politiker fordern eine Aufklärung der Vorwürfe gegen Amazons Leiharbeiter-Beschäftigung.

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