Afghanische Armee darf keine NATO-Luftangriffe mehr anfordern

16. Februar 2013, 14:48
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Karzai reagiert auf Tod von Frauen und Kindern bei einem NATO-Angriff am Mittwoch

Kabul/Brüssel - Afghanische Bodentruppen dürfen künftig keine Luftangriffe der NATO mehr anfordern. Präsident Hamid Karzai untersagte es den Streitkräften am Samstag "unter allen Umständen, um ausländische Luftunterstützung zu bitten". Eine entsprechende Verordnung gelte ab Sonntag, sagte Karzai vor Offizieren einer Militärakademie in Kabul. Hintergrund ist der Tod mehrerer Kinder bei einem NATO-Luftangriff am Mittwoch.

"Unsere Streitkräfte bitten um die Hilfe von Ausländern und Kinder sterben bei einem Luftangriff", sagte Karzai. Bei dem NATO-Angriff vom Mittwoch im Osten des Landes waren Berichten zufolge mindestens zehn Zivilisten getötet worden, darunter fünf Kinder und vier Frauen. Zudem starben laut den Behörden drei Kommandanten der radikalislamischen Taliban.

Karzai zeigte sich in seiner Rede zufrieden, dass die ausländischen Mächte bis Ende 2014 ihre Kampftruppen aus dem Land abziehen. "Wir sind glücklich, dass die ausländischen Truppen sich aus Afghanistan zurückziehen", sagte er. Er habe von den ausländischen Streitkräften oft gefordert, "nicht unsere Häuser zu bombardieren". Die afghanischen Streitkräfte seien nach dem Abzug sehr wohl in der Lage, das Land zu verteidigen, auch wenn Afghanistan vor einer Herausforderung stehe. Aber weder die USA, noch Pakistan, Deutschland oder Frankreich seien "Eigentümer dieses Landes", sondern das afghanische Volk. (APA, 16.2.2013)

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