Meteoriteneinschlag im Ural: 100.000 Menschen betroffen

16. Februar 2013, 13:22
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Schaden mit 25 Millionen Euro beziffert - Großeinsatz bei Aufräumarbeiten in Russland

Moskau - Nach dem Meteoritenschauer im Ural haben die russischen Behörden am Samstag mit einem Großeinsatz die Aufräumarbeiten vorangetrieben. Rund 20.000 Helfer waren in Tscheljabinsk im Einsatz, sagte Katastrophenschutzminister Wladimir Puschkow. Russische Politiker forderten angesichts des gefährlichen Naturphänomens und eines am Freitag nah an der Erde vorbeigeflogenen Asteroiden ein globales Abwehrsystem für Weltraumobjekte.

100.000 Menschen betroffen

Puschkow sagte bei einem Besuch in der Stadt Tscheljabinsk am Samstag, die Helfer prüften unter anderem die Statik von Gebäuden. Laut Behörden wurden knapp 3.000 Gebäude durch die Druckwelle des im Flug explodierten Meteoriten beschädigt. "Sehr vorsichtig" solle die Gasversorgung wieder in Betrieb genommen werden. Insgesamt seien nach der Katastrophe vom Freitag durch Schäden an den Gebäuden rund 100.000 Menschen betroffen. Der Gesamtschaden liege bei etwa einer Milliarde Rubel (25 Millionen Euro).

Von den 1200 Verletzten wurden am Samstag noch 40 in Krankenhäusern behandelt. Die meisten Verletzungen wurden durch Glassplitter verursacht. Ärzten zufolge gab es einige schwerere Verletzungen durch Türen, die durch die Druckwelle aus den Angeln sprangen, sowie durch einstürzende Decken.

Der Meteorit war Astronomen zufolge mit einem Tempo von 20 Kilometern pro Sekunde durch die Atmosphäre gerast und in einer Höhe von 30 bis 50 Kilometern explodiert. Das Geschoß aus dem All stand in keinem Zusammenhang mit dem Asteroiden "2012 DA14", der am Freitagabend knapp an der Erde vorbeigesaust war, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte.

Taucher suchen nach Teilen des Meteoriten

Ein Sprecher des Katastrophenschutzministeriums sagte am Samstag, Taucher suchten im nahen Tschebarkul-See nach Teilen des rund zehn Tonnen schweren Meteoriten. Berichten zufolge soll mindestens ein Teil in den zugefrorenen See gestürzt sein, Fernsehbilder zeigten ein Loch in der Eisfläche. Die Sicht im Wasser war laut den Einsatzkräften aber gleich null und der Grund des Sees mit einer anderthalb Meter dicken Schlammschicht bedeckt.

Eisschnelllaufhalle durch Meteorit schwer beschädigt

Der Meteorit hat auch an der Eisschnelllaufhalle der Stadt schwere Schäden angerichtet. An der Vorderseite entstand ein riesiges Loch, Teile des Daches wurden beschädigt, Glasfenster gingen zu Bruch. In der Halle selbst stürzte die zweite Etage ein. Die russischen Behörden sperrten das Gebiet um die Halle ab.

In der Arena, im Vorjahr Gastgeber eines Weltcups, sollen 2015 die Mehrkampf-Europameisterschaften stattfinden. "Ich gehe davon aus, dass bis dahin alle Schäden behoben sind", erklärte der Niederländer Marnix Wieberdink über das soziale Netzwerk "Facebook". Er war bei dem Meteoriteneinschlag vor Ort. Wieberdink ist mit der aus Tscheljabinsk stammenden russischen Eissprinterin Swetlana Kaykan verheiratet. (APA, 16.2.2013)

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    Etwa 80 Kilometer von Tscheljabinsk entfernt suchen Taucher in dem See Tscherbakul am Einschlagsort nach Teilen des Meteoriten. Der Durchmesser des Lochs beläuft sich auf etwa acht Meter.

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    Bisher wurden aber nur kleinste Stücke gefunden.

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    Männer reparieren die geborstenen Fenster in der Eisschnelllaufhalle in Tscheljabinsk.

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    Vom Einschlag des Meteoriten im Ural am Freitag sind durch Schäden an Gebäuden rund 100.000 Menschen betroffen.

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