US-Teamspieler outet sich als schwul und tritt zurück

16. Februar 2013, 15:20
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Robbie Rodgers, zuletzt bei Leeds unter Vertrag, beendet mit 25 seine Karriere - Unterstützung aus Fußballwelt

Der 18-fache US-Teamspieler Robbie Rogers hat sich am Freitag als schwul geoutet und im gleichen Zug seinen Rücktritt aus dem Profi-Fußball verlautbart. Der 25-Jährige stand zuletzt in England bei Zweitligist Leeds United unter Vertrag, im Herbst war er in die dritte Liga an Stevenage verliehen.

Das Outing erfolgte auf seiner Website. "Geheimnisse können sehr großen inneren Schaden anrichten. Die Leute predigen Ehrlichkeit, weil Ehrlichkeit so klar und einfach ist. Aber versuch einmal, deinen Freunden nach 25 Jahren zu erklären, dass du schwul bist", schrieb Rogers in seinem Blog. "In den vergangenen 25 Jahren hatte ich Angst, Angst zu zeigen, wer ich wirklich bin. Angst, dass Vorurteile und Ablehnung mir meine Träume und Erwartungen verbauen."

Rogers spielte auch bei Olympia 2008 in Peking für die USA. Seine letzten Länderspiel-Einsätze für das A-Team um Cheftrainer Jürgen Klinsmann absolvierte er im Jahr 2011. 

Lob aus Fußballwelt

Nach dem Bekenntnis hat Rogers große Unterstützung aus der Fußball-Welt erfahren. Ex-Mitspieler und Spitzenfunktionäre drückten ihre Anerkennung aus, FIFA-Präsident Joseph Blatter bedankte sich am Samstag sogar bei dem 25-Jährigen. "Das ist 2013. Danke", twitterte der Schweizer.

Der US-Verband lobte Rogers' Mut, dieses "sehr persönliche Thema anzusprechen". "Wir sind stolz auf Robbie", ließ der Verband verlauten. Der 18-fache Nationalspieler hatte sich am Freitag in seinem Blog geoutet und sofort seinen Rücktritt vom aktiven Fußball erklärt.

"Der Mut von Robbie Rogers ist lobenswert. Ich hoffe, er weiß, dass er nicht zurücktreten muss. Er bekommt mehr Unterstützung, als er denkt", meinte Ex-US-Keeper Kasey Keller via Twitter. "Mutige Männer wie Du werden dafür sorgen, dass es eines Tages keinen Grund mehr für solche Erklärungen mehr gibt", schrieb Eddie Pope, Ex-Kollege von Rogers im US-Team.

Rogers von Unterstützung überrascht

Rogers zeigte sich sehr überrascht von den zahlreichen aufmunternden Reaktionen. "Danke an alle für die Unterstützung und Liebe. Hatte ich so nicht erwartet", twitterte er.

"Wir kennen Spieler, die gesagt haben, sie sind schwul, sich aber nicht wohlfühlen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen", sagte Gordon Taylor, Chef der englischen Spieler-Gewerkschaft. Dies würde sich hoffentlich bald ändern. Auch der englische Verband (FA) sagte Rogers sämtliche Unterstützung zu. "Egal, ob Robbie weiter Fußball spielt oder eine Pause macht, er hat unsere volle Unterstützung", teilte der Verband mit. (APA, 15./16.2.2013)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Robbie Rodgers im Dress von Columbus Crew.

     

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