Ein virtuoser Alleskönner räumt im Rockkeller auf

15. Februar 2013, 19:12
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Marc Ribot in Weiz und Dornbirn

Legendär ist ein Satz von Marc Ribot: "Wenn man mich erkennt, mache ich etwas falsch!" Das mag etwas frivol klingen, denn bisweilen lässt sich das Gitarrenspiel des New Yorker Musikers und Komponisten sehr wohl identifizieren. Etwa seine seit 1985 andauernde Zusammenarbeit mit Tom Waits, dessen beste Alben von Ribots schräg-metallischem Gitarrenklang geprägt sind.

Der 1954 in Newark (New Jersey) geborene Ribot kann aber beileibe nicht auf einen Stil reduziert werden. Musikalisch sozialisiert wurde er durch die New Yorker Avantgarde, zugleich interpretiert er wie kaum ein anderer den Gipsy-Swing eines Django Reinhardt. Oder Soul. Seine zentralen Kriterien und Begriffe sind Energie und Intensität.

2006 gründete Ribot das Powerrocktrio Ceramic Dog: Gemeinsam mit dem Bassisten, Sänger und Elektroniker Shahzad Ismaily und Schlagwerker/Sänger Ches Smith erforscht er hier die Schnittstellen zwischen Freistilrock, psychedelischen Jams und Postpunk-Härte. Das Stilgebräu klingt ebenso funky wie experimentell, immer aber hört man die Verankerung in der Rockmusik - eine sehr freie Interpretation von Hardrock: Black Sabbath mit ultraverzerrten Surfgitarren, auch die düsteren Seiten von Sonic Youth sind eine gute Referenz. Abstecher in Richtung Freefunk, Jazz, Country oder Latin gehören ebenso dazu wie Samples oder Moog-Synthesizer sowie Punk- oder Who-Zitate.

Party Intellectuals (2008) heißt die bisher einzige gemeinsame Platte des Trios, das in den kommenden Tagen zweimal in Österreich aufgeigen wird. Erwarten Sie das Unerwartbare! (dog, DER STANDARD, 16./17.2.2013)

 

18. 2.: Kunsthaus Weiz

22. 2.: Spielboden Dornbirn

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