"Who wants to fuck my girlfriend?" auf Tele 5: "Erregt es Sie ...?"

15. Februar 2013, 17:30
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Die humane Grundbotschaft: gleichgeschlechtliche Zuneigung ist ganz normal

Voraufregung ist die schönste Aufregung: Mitten in die deutsche Sexismus-Debatte, ausgelöst durch geoutete verbale Grabscherei eines FDP-Seniors (gegenüber einer Journalistin) platzte die Ankündigung einer potenziellen TV-Unsäglichkeit. Und Who wants to fuck my girlfriend? brachte dem Sender Tele 5 - in der schon aufgeheizten Debattenstimmung - denn auch schnellen Starruhm.

Auch einem seltsamen Typen: Uwe Wöller, Mann mit Mauergebiss und durch TV und Computerspiel sozialisiert (ein moderner Kaspar Hauser quasi), würde diese Show, die er erfand, auch leiten. Jeweils zwei Männer sollten da unter Uwes jämmerlicher Anleitung wetteifern, wessen Freundin begehrenswerter sei. In verschiedenen Testsituationen würde dies geklärt werden - Deutschland bebte! Nach der ersten Folge dieser "Trashsatire" von Christian Ulmen, der auch Uwe spielt, ist festzuhalten: Der Vorabwirbel war am Ganzen das Produktivste. In guter alter Dalli-Dalli -Atmosphäre (Hans Rosenthal hätte seine Freude gehabt) ließ man hier die auch gute alte Form der versteckten Kamera wieder aufleben.

Ja, die Konzeptänderung. Unter dem Titel "Who wants to fuck my lesbian girlfriend?" wetteiferten zwei Damenpärchen (eine Kandidatin brachte ihre Mutter mit): In Bars mussten sie arglose Damen von sich begeistern. In einem Meinungsforschungsinstitut mussten sie harte Fragen stellen. ("Erregt es Sie, wenn Sie sich mich nackt vorstellen?") Auch nächtliche Anbahnungen schneller Intimität wurden gefordert.

Die humane Grundbotschaft: gleichgeschlechtliche Zuneigung ist ganz normal. So. Jetzt darf das Format nur nicht wegen Harmlosigkeit ein vorzeitiges Quotenende finden. (Ljubiša Tošic, DER STANDARD, 16./17.2.2013)

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  • Ulmen fragt "Who wants to fuck my girlfriend?.
    foto: youtube/tele 5

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