PR coachen statt PR nur verkaufen

18. Februar 2013, 10:31
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Das war früher: Der PR-Etat gehört der PR-Agentur - auch in der Öffentlichkeitsarbeit ist die Branche vielfältiger geworden und bietet genug Platz für eine zweite Karriere

Fragmentierter und vielfältiger - das gilt auch für den Dienstleistungsmarkt in der Öffentlichkeitsarbeit. "team4communication" ist als Zusammenschluss von vier Experten aus den Bereichen Public Relations, Finanz-PR, Online-Kommunikation, Journalismus und Medientraining ein solches Beispiel.

Claudia Müller-Stralz und Maria Theresia Nordegg waren vor der Karriere als selbstständige PR-Berater Partner und Geschäftsführer bei Publico, ehe diese an Ketchum verkauft wurde. Norbert Netzker ist der Web-Experte des Teams, und Heinrich Mathis hat sich das für Themenentwicklung und Krisenkommunikation notwendige Know-how als Wirtschaftsjournalist geholt. Er war Gründungsmitglied und Ressortleiter Wirtschaft des Standard.

Methode Learning by doing

Die vier setzen bei einem Dilemma an und bieten Know-how-Transfer: Dass Öffentlichkeitsarbeit notwendig ist, ist keine Frage. Dass sie professionell sein muss, auch nicht. Eine PR-Agentur permanent zu beschäftigen ist aber oft zu teuer, und mit den Ergebnissen der im Hause handgestrickten PR ist man oft nicht zufrieden.

"PR kann man lernen, am besten, indem man es unter Anleitung macht," erklärt Nordegg das Prinzip des Know-how-Transfers nach der Methode Learning by Doing. "Wir entwickeln gemeinsam mit dem Kunden die Strategie und das Konzept, legen die Maßnahmen fest und verteilen die Aufgaben mit dem Ziel, dass der Kunde immer mehr Tätigkeiten selbst durchführt. Der Kunde kann jederzeit auf unsere Unterstützung zurückgreifen, wenn es notwendig ist. Aber eben nur dann. Damit werden die Kosten minimiert."

Umsetzung über Coaching

Das funktioniere nicht nur bei kleineren oder mittelständischen Betrieben, ist Müller-Stralz überzeugt, die als Expertin für Finanz-PR viel mit den großen, börsennotierten Kalibern zu tun hat: "In der Finanz-PR hat das fachliche Know-how ein besonderes Gewicht. Börsennotierte Unternehmen haben einen extrem hohen und andererseits sehr reglementierten Kommunikationsaufwand. Die Umsetzung über das Coaching abzusichern ist hier besonders zielführend."

Die Aufgabe des Journalisten im Team erklärt Heinrich Mathis: "Mein Job ist es, die Geschichte auf den Punkt zu bringen. Da muss man gemeinsam mit den Klienten oft lange feilen, bis die Botschaft ganz klar ist und der eine Satz genau passt." Und Norbert Netzker? Klar, ohne New Media gehe es nicht, aber eben bekanntlich auch nicht ohne diesbezügliches Know-how. (red, DER STANDARD, 16./17.2.2013)

  • Heinrich Mathis, Norbert Netzker, Maria Theresia Nordegg und Claudia Müller-Stralz mit kreativer Geschäftsidee in Sachen Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit.
    foto: christina haeusler

    Heinrich Mathis, Norbert Netzker, Maria Theresia Nordegg und Claudia Müller-Stralz mit kreativer Geschäftsidee in Sachen Public Relations und Öffentlichkeitsarbeit.

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