Zug fährt App: Der Apple Store in der Grand Central Station

Ansichtssache22. Februar 2013, 16:52
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Die Grand Central Station – New Yorks ältester und größter Bahnhof – feiert ihren 100. Geburtstag. Seit einem Jahr beherbergt das Terminal einen der außergewöhnlichsten Apple Stores. Wie Vergangenheit und Zukunft zusammenpassen, zeigt diese Ansichtsache.

foto: michael hierner

Wer in die Grand Central Station (eigentlich Grand Central Terminal) geht, der hat es meist eilig. Doch seit etwa einem Jahr beherbergt das nun 100 Jahre alte Gebäude in der Nähe des Chrysler Towers eine neue Attraktion, die zum Verweilen einlädt: einen Apple Store.

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Doch auf den ersten Blick ist die 2.100 Quadratmeter große Geschäftsfläche gar nicht zu erkennen. Dies liegt an den strengen Auflagen des US-Denkmalschutzes, der jegliche Um- oder Einbauten verbot.

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Und so fehlt das sonst prominent in Szene gesetzte Apple-Logo ebenso wie eine Eingangstüre oder Absperrungen, die das Geschäft in der Nacht schützen würden. Einzig zwei kleine Plexiglassäulen bei den Stufen des East Balcony geben einen Hinweis auf den Store.

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foto: michael hierner

Doch Hinweise braucht hier ohnehin keiner. Jeder weiß, dass das Geschäft genau hier zu finden ist. Gerüchten zufolge zahlte Apple der davor auf dieser Fläche eingemieteten Restaurantkette fünf Millionen US-Dollar, um deren Mietvertrag zu übernehmen.

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Etwa 300 Mitarbeiter kümmern sich rund um die Uhr um die Besucher. Auch eine Genius-Bar darf nicht fehlen. Hier werden kleinere Probleme vor Ort gelöst oder Reparaturen abgewickelt.

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Aufgrund des strengen Denkmalschutzes scheint in vielen der Räume die Zeit stehengeblieben zu sein. Wären da nicht die Apple-typischen Holztische und darauf die Computer, könnte man meinen, in die Zeit der 1910er-Jahre zurückversetzt worden zu sein.

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Ein bekanntes Merkmal der Grand Central Station sind die riesigen Fenster. Sie zeigen, wie außergewöhnlich hoch einige der Verkaufsräume sind. 

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Aufgrund dieser Raumhöhe ist es auch unmöglich, Beleuchtungskörper von der Decke hängen zu lassen. Deshalb wurden eigene LED-Tischlampen entwickelt. Apropos Decke: Sie zeigt astronomische Sternbilder, die im Laufe der Zeit komplett vom Qualm der Raucher in der Halle zerstört wurden. Erst 1998 entdeckte man sie wieder und restaurierte sie.

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Außergewöhnlich klein wirkt die Hauptkassa des Geschäfts. Das liegt daran, dass die meisten Kunden bereits direkt beim Verkäufer zahlen. Hat der Kunde nur Bargeld, benutzt der Verkäufer eine der vielen unter den Verkaufstischen versteckten Geldladen für das Retourgeld.

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Zu guter Letzt noch eine kleine Anekdote: Einst befanden sich am Dach der alten, 1898 demolierten Grand Central Station zwölf Adler. 2004 tauchte einer der 1,5 Tonnen schweren "Vanderbilt Eagle" wieder auf und wurde bei der Restaurierung am Dach des Bahnhofs montiert. (Michael Hierner, derStandard.at, 22.2.2014)

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