Presserat: "Österreich" und oe24.at verletzten Ehrenkodex

15. Februar 2013, 12:25
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Artikel brachten Estibaliz C. mit Porno-Filmen in Verbindung - Eingriff in Intimsphäre sowie fehlende Sorgfalt bei Recherche

Wien - Die Tageszeitung "Österreich" und ihr Online-Ableger oe24.at haben den Ehrenkodex des Presserats verletzt. Zu diesem Schluss kam der Senat 1, der sich in seiner jüngsten Sitzung mit Artikeln über Estibaliz C. beschäftigte. Darin wurde die im November 2012 zu lebenslanger Haft Verurteilte mit Porno-Filmen, in denen sie mitgewirkt haben soll, in Verbindung gebracht. Der Presserat sieht damit einen Eingriff in die Intimsphäre und ortet fehlende Sorgfalt bei der Recherche, wie er am Freitag mitteilte.

Konkret ging es um die Artikel "Wilde Gerüchte über 'Esti'-Porno" und "Spielte Esti in einem Sexfilm mit?", die "beinahe ident sind", wie es in der Aussendung heißt. Neben mangelnder Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit, die der Presserat bei der Recherche sieht, mahnte er auch ein, dass "bei der Verbreitung von Gerüchten (...) Medien besonders in die Pflicht zu nehmen" seien. "Stichhaltige Belege" für die Gerüchte werden laut Presserat ebenso wenig genannt, wie ein "öffentliches Interesse an der Information" zu erkennen sei.

Das Verfahren hat der Senat in diesem Fall aus eigener Wahrnehmung aufgenommen. Weder die Mediengruppe Österreich GmbH noch die Media Digital GmbH als Medieninhaber haben von der Möglichkeit, am Verfahren teilzunehmen, Gebrauch gemacht. (APA, 15.2.2013)

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