Irakische Polizei sperrt Bagdad für Demonstranten

15. Februar 2013, 11:25
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Demonstranten fordern Freilassung von Gefangenen und Rehabilitierung von Funktionären, die unter Saddam Hussein gearbeitet hatten

Bagdad - Um Massenproteste unzufriedener Sunniten in der Hauptstadt zu verhindern, haben die irakischen Sicherheitskräfte die Zufahrtstraßen nach Bagdad blockiert. An den Straßensperren wurde am Freitag nur durchgelassen, wer in Bagdad gemeldet ist. Demonstranten versammelten sich derweil in den Städten Samarra, Falludscha, Mossul und Kirkuk sowie in Al-Adhamija, einem nördlichen Vorort von Bagdad.

Die Demonstranten fordern die Freilassung von Gefangenen und die Rehabilitierung von Funktionären und Offizieren, die unter dem 2003 gestürzten Machthaber Saddam Hussein gearbeitet hatten. Außerdem protestieren sie gegen das Anti-Terror-Gesetz, das ihrer Ansicht nach von Denunzianten missbraucht wird.

Die Regierung des schiitischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki ist der Protestbewegung in einigen Punkten entgegengekommen. Rund 3.000 Gefangene, die noch nicht verurteilt worden waren, kamen frei. 16.000 Staatsdienern aus der Saddam-Ära wurde eine Pension zugesprochen.

Haidar al-Abadi, ein führendes Mitglied der Rechtsstaat-Partei von Al-Maliki, sagte dem irakischen Nachrichtenportal Schafak, einige Demonstranten hätten berechtigte Forderungen. Doch an den Protesten seien auch Terrorgruppen mit Beziehungen zu Al-Kaida beteiligt. (APA, 15.2.2013)

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