Europas Leitbörsen uneinheitlich

15. Februar 2013, 18:47
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Frankfurt am Main - Die europäischen Leitbörsen haben am Freitag zum Wochenausklang keine klare Richtung gefunden. Der Euro-Stoxx-50 verlor um 20,09 Einheiten oder 0,76 Prozent auf 2.615,26 Zähler.

Wegen möglicher Aussagen zu den globalen Währungsbeziehungen stand das in Moskau beginnende G-20-Finanzministertreffen im Blick. Der Entwurf zur Erklärung der G-20 weicht Kreisen zufolge allerdings in einer entscheidenden Passage von dem jüngsten Statement der G-7 ab. Wie ein nicht genannter Vertreter der G-20 gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte, gebe das Dokument nicht die Auffassung der G-7 wider, wonach Wechselkurse kein politisches Ziel sein sollten. Diese Formulierung gilt als wichtig, weil insbesondere Japan vorgehalten wird, seine Währung mit einer aggressiven Geldpolitik gezielt zu schwächen.

Die heute in den USA vermeldeten Konjunkturdaten hatten nur wenig Einfluss. Selbst die auf den höchsten Stand seit Mai 2012 gestiegene Stimmung in der Industrie des Bundesstaats New York (Empire State Index) konnte den Aktienmärkten keine Impulse verleihen. Auch die überraschend gesunkene US-Industrieproduktion interessierte die Börsianer - auf den beiden Seiten des Atlantiks - nur wenig.

Auf Unternehmensseite gab es dafür einigen Gesprächsstoff. Die Blicke waren auf die heutigen "Zahlenkinder" gerichtet, die teilweise für sehr positive Kursreaktionen sorgten. Mit den Aktien von Anglo American, Aegon, PPR und Eni gehörten gleich vier Berichtsunternehmen jeweils zur Spitzengruppe in ihren jeweiligen Leitindizes.

PPR klettern auf Höchststand seit Jahren

Besonders steil um mehr als 7,63 Prozent auf 172 Euro ging es in Paris für die Anteile von PPR bergauf, die ihren höchsten Stand seit mehr als elf Jahren erreichten. Deutliche Unterstützung erhielten sie von den vorgelegten Jahreszahlen, die laut Händlern vor allem beim wiederkehrenden Betriebsgewinn die Erwartungen übertroffen haben. Die Aktionäre sollen zudem eine um sieben Prozent höhere Dividende von 3,75 Euro je Aktie erhalten.

In Italien schlossen Eni mit plus 2,14 Prozent auf 17,69 Euro als einer der Spitzenreiter im Mailänder Leitindex. Der Ölkonzern hat im abgelaufenen Geschäftsjahr von einer gestiegenen Produktion profitiert und den Gewinn leicht gesteigert. Der im Schlussquartal rückläufige Überschuss verfehlte zwar die Erwartungen, auf bereinigter operativer Basis lobten Börsianer aber das über den Marktprognosen ausgefallene Ergebnis.

Im Amsterdamer AEX wiederum stachen Aegon nach Zahlen mit den deutlichsten Kursgewinnen hervor. Angetrieben von einem überraschend hohen Gewinn im vierten Quartal rückten die Papiere des Versicherungskonzerns um 5,14 Prozent auf 5,174 Euro vor. Außerdem kündigte das Unternehmen an, seine Aktionärsstruktur vereinfachen zu wollen. Die ausschließlich im Besitz von Aktionär Vereniging Aegon befindlichen Vorzugsaktien sollen gegen Bargeld und Stammaktien ausgetauscht werden.

Titel des britischen Bergbaukonzerns Anglo American waren im FT-SE-100 mit einem Zugewinn von 1,29 Prozent auf 2.039 Pence unter den Top-12. Händler machten eine positive Überraschung beim bereinigten Ergebnis und der Dividende für die gute Kursentwicklung verantwortlich, obwohl der Bergbaukonzern 2012 wegen milliardenschwerer Abschreibungen tief in die roten Zahlen gerutscht war.  (APA, 15.2.2013)

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