Das Passivhaus - eine Säule der Energiewende

26. Februar 2013, 17:00
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Qualitätsvolles und energieeffizientes Wohnen findet in einem Passivhaus seine Entsprechung. Angesichts der europaweiten Klimaschutzziele ist das Passivhaus damit eine tragende Säule der Energiewende

Wer nur wohnen will, dem genügt ein Dach über dem Kopf. Wer aber behaglich, gesund und gleichzeitig energiebewusst wohnen will, setzt auf ein Passivhaus. Dieser Standard bietet im Winter wie im Sommer ohne spezielles Heizsystem oder Klimaanlage Behaglichkeit.

Ein Passivhaus ist so konzipiert, dass es sich überwiegend "passiv" heizt und kühlt. Umweltfreundlicher und im Verbrauch billiger kostet der Bau in Summe mit Förderungen nicht mehr als andere Häuser. Der erhöhte Planungsaufwand, den dieses System unweigerlich braucht, wird durch das eingesparte Heizsystem wieder wettgemacht. Das Passivhaus stellt unter diesen Rahmenbedingungen für viele Bauherren eine interessante zukunftsträchtige Alternative dar - gerade auch im Mehrfamilienhausbereich, wo der Restenergiebedarf für mehrere Einheiten gemeinsam gedeckt werden kann.

Die beiden weltweit größten Passivhaus-Wohnanlagen - das "Lodenareal" und "O3" - stehen übrigens in Innsbruck. Europaweit bewährt sich der Passivhausstandard mittlerweile in mehr als 32.000 Passivhäusern.

Wirkungsvoll in Richtung Energiewende

Johannes Kislinger, Vorsitzender der IG Passivhaus Österreich, hält die Planung und Errichtung energieeffizienter Gebäude für eine der tragenden Säulen für die Energiewende: "Die beste Energie ist diejenige, die man erst gar nicht verbraucht. Intelligente Baukonzepte wie das Passivhaus stellen eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten dar, tatsächlich eine Energiewende herbeizuführen."

Ein Großteil der in Gebäuden verbrauchten Energie geht auf das Konto von Raumwärme und Warmwasseraufbereitung. Hier setzt das Passivhaus an, das im Durchschnitt laut Kislinger einen 67 Prozent geringeren Primärenergiebedarf aufweist als herkömmliche Gebäude. Damit leiste die Passivhaustechnologie auch einen Beitrag beim Umstieg auf erneuerbare Energieträger.

Funktionierendes Gesamtkonzept

Voraussetzungen für das "Funktionieren" eines Passivhauses sind eine Südausrichtung des Hauses, kein Schatten im Winter durch Gebäude oder Bäume, ein optimaler, qualitativ hochwertiger Wärmeschutz sowie eine luftdichte Bauweise mit speziellen Verglasungen. Errichtet werden die Häuser aus Holz, wobei der Wärmeschutz das Gebäude vollständig einpackt.

"Hauptheizung" des Passivhauses ist die Sonne. Dazu kommt ein ausgeklügeltes System der Lüftung, die sogenannte kontrollierte Wohnraumlüftung. Im Sommer funktioniert das System als Klimaanlage. Ein Haus kühlt nur insoweit aus, wie es Wärme nach außen verliert und diese Wärme nicht durch Energiegewinne von inneren Wärmequellen wie Haushaltsgeräte oder Beleuchtung und durch solare Einstrahlung nachgeliefert wird.

Beim Passivhaus, so die Experten, werden die Verluste so weit reduziert, dass sie durch die optimierten Gewinne beinahe aufgewogen werden. Der Restheizenergiebedarf liegt unter 15 kWh pro Quadratmeter und Jahr. Ein Passivhaus darf jährlich nicht mehr als 30 kWh pro Quadratmeter an Gesamtenergie verbrauchen. Aus diesem Grund kann in einem solchen Haus auf eine herkömmliche Heizungsanlage tatsächlich verzichtet werden. Sollte die Wärme dennoch einmal nicht genügen, kann der Restwärmebedarf durch eine Kombination von Fußbodenheizung und Wärmepumpe erfolgen. (Sandra Holzinger, derStandard.at, 26.2.2013)

  • Aus der Natur - für die Natur.
    foto: isover

    Aus der Natur - für die Natur.

  • Johannes Kislinger, Obmann der IG Passivhaus Österreich: Architektur und Bauwirtschaft können einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten.
    foto: martin lusser

    Johannes Kislinger, Obmann der IG Passivhaus Österreich: Architektur und Bauwirtschaft können einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten.

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