Tausende Oppositionelle bei neuerlichen Protesten in Bahrain

15. Februar 2013, 19:10
2 Postings

Zwei Tote bei Protesten am Vortag - Untersuchung des Tods eines 16-Jährigen

Manama - In Bahrain haben am Freitag erneut Tausende Menschen gegen die politische Führung des Landes protestiert. "Nieder mit der Diktatur", riefen Demonstranten in einer vorwiegend von Schiiten bewohnten Gegend in der Nähe der Hauptstadt Manama. Am Donnerstag waren bei Zusammenstößen zwischen Oppositionsanhängern und Sicherheitskräften zwei Menschen getötet worden.

An der Spitze der Kundgebung am Freitag liefen mehrere Oppositionsführer. Unter ihnen war auch der Chef der wichtigsten Schiitenorganisation Al-Wefak, Scheich Ali Salman. Die Teilnehmer versammelten sich auf einer Straße, die mehrere schiitische Dörfer verbindet. In der Nähe setzte die Polizei Tränengas gegen eine Gruppe von Demonstranten ein, die versuchten, den Perlenplatz zu erreichen, ein Symbol des Aufstandes gegen die sunnitische Herrscherfamilie vor zwei Jahren.

Polizist getötet

Das Innenministerium gab bekannt, dass bei den Kundgebungen zum zweiten Jahrestag des Aufstands am Donnerstag ein Polizist tödlich verletzt wurde. Er wurde demnach bei Zusammenstößen in einem schiitischen Dorf nahe Manama von einem Brandgeschoß getroffen und starb in der Nacht.

Bei den Unruhen wurde zudem ein 16-Jähriger erschossen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, zwei Polizisten, die etwas mit dem Tod des Jugendlichen zu tun haben könnten, seien befragt worden. Die Opposition erklärte, der junge Mann sei "kaltblütig" getötet worden. Sie berichtete zudem von mehreren Dutzend Verletzten sowie von illegalen Festnahmen.

Die Bevölkerung von Bahrain ist mehrheitlich schiitisch, aber der Inselstaat wird seit Jahrhunderten von einer sunnitischen Dynastie regiert. Am 14. Februar 2011 begannen größere Proteste gegen die Herrscherfamilie Al-Khalifa. Diese wurden im März 2011 mit Hilfe saudi-arabischer Truppen blutig niedergeschlagen. Seit dem Beginn der Revolte gab es nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen mindestens 80 Todesopfer. Derzeit laufen Verhandlungen zwischen Regierung und Opposition. Bisher machte die Regierung jedoch keine nennenswerten Zugeständnisse.  (APA, 15.2.2013)

Share if you care.