Briten verkauften mit Medikamenten belastetes Pferdefleisch

14. Februar 2013, 18:25
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Spuren von verbotenem Medikament gefunden - Mengen nicht gesundheitschädlich

London/Wien - Über Pferdefleisch aus Großbritannien könnten doch für Menschen gefährliche Medikamente in die Nahrungskette gelangt sein. Die britische Lebensmittelaufsicht hat 206 in Großbritannien geschlachtete Pferde auf Phenylbutazon getestet und ist in sechs Fällen fündig geworden. Die betroffenen Fleischteile sind allerdings bereits nach Frankreich zur Weiterverarbeitung geliefert worden - weil bisher das Fleisch bereits verkauft werden durfte, auch wenn die Testergebnisse auf die Substanz noch ausstanden, berichtet der Guardian. Dies soll nun geändert werden.

Phenylbutazon ist ein Schmerzmittel, das häufig bei Pferden eingesetzt wird. Tiere, die den Wirkstoff bekommen haben, dürfen nicht mehr gegessen werden, weil das Mittel bei Menschen den Magen-Darm-Trakt schädigen oder zu Störungen bei der Blutbildung führen kann. Die britischen Behörden betonten aber, dass die Konzentration in dem betroffenen Fleisch sehr gering gewesen sei: Konsumenten hätten demnach 500 Pferdeburger essen müssen, um eine gesundheitsgefährdende Dosis abzubekommen.

In Österreich wird Pferdefleisch derzeit stichprobenartig auf den Wirkstoff kontrolliert. Seit 2009 haben man aber keine Spuren von Phenylbutazon mehr gefunden, heißt es aus dem Gesundheitsministerium. Jedes Pferd in der EU benötigt einen sogenannten Equidenpass und einen subkutanen Chip, auf dem alle Informationen gespeichert sind. Der Halter kann entscheiden, ob das Tier als für den Verzehr geeignet registriert werden soll oder nicht. Je nachdem bekommt es dann im Fall einer Erkrankung oder Verletzung andere Medikamente verabreicht.

Die EU-Kommission fordert verstärkte Tests bei Pferdefleischereien auf Phenylbutazon-Spuren. Zudem sollen verarbeitete Fleischprodukte verstärkt auf Pferde-DNA getestet werden. Bisher sind in Irland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und Deutschland Pferdefleisch in Rindfleischprodukten gefunden worden. Ein Bericht des britischen Parlaments geht davon aus, dass es sich dabei nur um "die Spitze des Eisbergs" handle.

In Österreich profitieren die Pferdefleischhauer bisher von der Aufregung: Laut Margarete Rumprecht, Betreiberin einer der beiden heimischen Pferdefleischereien, sind die Umsätze seither merkbar gestiegen. (tob/DER STANDARD, 15.2.2013)

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    Faschiertes Pferd in Bremen. In Österreich wird durch die Aufregung derzeit mehr Pferdefleisch verkauft als sonst.

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