Vor dem Wettkampf ist die Innovation

14. Februar 2013, 21:22
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Wie der ÖSV technologisch entscheidende Meter macht

Schladming - Die Technologie-Partnerschaft mit der Voestalpine soll dem Österreichischen Skiverband (ÖSV) Vorteile bringen. "Wir haben derzeit 54 Projekte mit Laufzeiten zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Wir brauchen Partner, weil es in Österreich kein Institut für Sporttechnologie gibt", erklärte ÖSV-Entwicklungschef Anton Giger in Schladming bei einer gemeinsamen Präsentation im WM-Skygate.

Der über das Zielstadion ragende Stahlbogen ist das WM-Wahrzeichen. Errichter Voestalpine AG verfügt als weltweit tätiger Stahl-, Technologie- und Industriegüterkonzern mit einem Umsatz von mehr als zwölf Milliarden Euro über ein Forschungsbudget von 132 Millionen Euro. " Davon können wir nur träumen", sagte Giger, der seit 2010, nach seiner Ära als erfolgreichster aller Herrencheftrainer, die Abteilung Entwicklung und Forschung des ÖSV leitet. "Alle anderen Nationen geben Gas. Aber wir haben dank Partnerschaften wie mit der Voestalpine gesehen, welches Potenzial wir haben und wie unser Nationalsport unterstützt wird. Der Weg von der Innovation zum Wettkampf ist sehr wichtig."

Gemeinsam wurden etwa schon Sprungbindungsprototypen gebaut. Details über die laufenden gemeinsamen Entwicklungen mit dem Stahlkonzern wurden in Schladming aber nicht verraten. "Geheimhaltung ist etwas, was sowohl für uns als auch den ÖSV wichtig ist, weil sonst ein Vorsprung verlorengeht", betonte Peter Schwab, Forschungschef der Voestalpine. Die Reibung auf Eis und Schnee sowie die Aerodynamik sind laut Giger die großen Forschungsthemen im ÖSV. Besonders herausfordernd seien Skisprungentwicklungen.

Qualität schlägt Quantität

Giger räumte mit der Mär auf, wonach Österreich hauptsächlich ob einer Vielzahl junger Skitalente die Skination Nummer eins sei. "Wir haben bei den 16-Jährigen, die mit FIS-Rennen beginnen, einen Marktanteil von unter vier Prozent." Die Italiener würden da bei 24 Prozent, selbst die Amerikaner bei 15 Prozent liegen. "Mit der Menge machen wir's also nicht. Sondern mit Begeisterung, Herz, den Skigebieten und unseren Konzernen." (APA, red, DER STANDARD, 15.2.2013)

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