Förderkürzung irritierte Bausparer nur kurz

14. Februar 2013, 18:28
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Trotz Halbierung der staatlichen Bausparprämie und extrem niedriger Zinsen bleiben die Österreicher dem Bausparen treu

Wien - Im April des Vorjahres war der Aufschrei groß, als die Regierung die staatliche Bausparprämie auf maximal 18 Euro halbierte. Parallel dazu sank das Zinsniveau. Nach anfänglichen Rückgängen bei den Neuverträgen im zweistelligen Bereich konnten die Bausparkassen gegen Jahresende 2012 enorm aufholen und erreichten fast das Niveau von 2011.

Interessant in diesem Zusammenhang: Die Bauspareinlagen kletterten auf den historischen Höchststand von fast 20 Milliarden Euro. Josef Schmidinger, Chef der S-Bausparkasse und derzeitiger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der heimischen Bausparkassen, führt die hohen Einlagenbestände darauf zurück, dass die Kunden Sicherheit schätzen. Immerhin würden 97 Prozent der Bauspareinlagen wieder als Kredite eingesetzt. Im Übrigen, so Schmidinger, sei "die staatliche Prämie noch immer ein Renditevorteil, sie ist oft höher als die Zinsen auf einem normalen Sparbuch", argumentierte Schmidinger. Mangels Anlagealternative hätten auch viele Kunden ihren abgelaufenen Vertrag nicht gekündigt, sondern das Ersparte auf weitere vier Jahre gebunden - mit oder ohne staatliche Prämie.

Wer aktuell einen Bausparvertrag abschließt, bekommt im ersten Jahr bei einer variablen Verzinsung rund drei Prozent, in den nächsten fünf Jahren zwischen ein und vier Prozent. Eine Fixverzinsung bringt derzeit rund 1,5 Prozent.

Zu wenige Wohnungen

Wüstenrot-Chefin Susanne Riess hält die Aufhebung der Zweckbindung der Wohnbauförderung für "ganz negativ". Jährlich würden 5000 Wohnungen zu wenig gebaut. "Österreich braucht mehr Wohnungen und braucht mehr Bausparleistung", ist auch Schmidinger überzeugt. "Leistbares Wohnen" und Wohnprogramme würden auch Thema der Nationalratswahlen im Herbst sein, das höre man aus allen Parteisekretariaten.

Für die thermische Sanierung von Eigenheimen, die von den Bausparkassen abgewickelt wird, stehen heuer mehr Fördermittel bereit, sagte der Chef der Allgemeinen Bausparkasse (ABV), Thomas Köck. Zu den 70 Mio. Euro kommen noch 17 Mio. Euro aus Resttöpfen. Zwei bis 2,5 Mio. Wohnungen, die zwischen 1965 und 1985 gebaut wurden, bedürften einer thermischen Sanierung.

Im Vorjahr wurden mehr als 53 Mio. Euro Förderungen an die privaten Haushalte für die Dämmung der Außenwände, Keller- und Geschossdecken, für Fenstertausch und die Installation neuer Heizungen zur Verfügung gestellt. 15.500 Haushalte wurden dadurch thermisch saniert. In den Genuss der Förderung kommen nur Eigenheim-Besitzer sowie die Wohnungsgemeinschaft von Eigentumswohnungen. (cr, DER STANDARD, 15.2.2013)

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