Parkinson: Frühzeitige Tiefe Hirnstimulation schafft Lebensqualität

14. Februar 2013, 16:28
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Eine deutsch-französische Studie zeigt, dass die Tiefe Hirnstimulation auch in einem frühen Parkinson-Stadium deutliche Besserung bringt

Der frühzeitige Einsatz der Tiefen Hirnstimulation (THS) bei Parkinson-Patienten verbessert bereits in frühen Erkrankungsstadien die Lebensqualität deutlich. Die Therapie, bei der ausgewählte Hirnregionen mittels Elektroden angeregt werden, reduziert die Anzahl der notwendigen Medikamente und verbessert die Fähigkeit der Betroffenen ihren Alltag zu bewältigen. Dies zeigt eine neue Studie der Uniklinik Köln, die heute im "New England Journal of Medicine" publiziert wurde.

Die THS im Bereich des Subthalamus erhöht der Studie zufolge die Lebensqualität bei Patienten mit Morbus Parkinson deutlich. Bisher wird die Stimulation in Betracht gezogen, wenn die Komplikationen einer medikamentösen Langzeittherapie von Parkinson nicht mehr beherrschbar sind. Dies geschieht in der Regel nach 11 bis 13 Jahren Krankheitsdauer. Ein sozialer und beruflicher Rückzug des Patienten ist dann aber oft schon eingetreten und kann durch die THS nicht mehr umgekehrt werden.

Untersucht wurden 251 Parkinson-Patienten, die durchschnittlich 52 Jahre alt und im achten Krankheitsjahr waren. Die Patienten wurden in zwei Gruppen geteilt, von denen eine nur medikamentös, die zweite medikamentös und zusätzlich mit der THS therapiert wurde. 

Lebensqualität deutlich verbessert

"Wir wollten gemeinsam mit unseren deutschen und französischen Kollegen wissen, ob sich die THS bereits bei erst kurzzeitiger erkrankten Patienten mit Morbus Parkinson sinnvoll ist und ob wir die Patienten vor sozialen Folgen wie Arbeitsunfähigkeit, Rückzug aus sozialen Aktivitäten durch eine frühere Operation bewahren können", sagt Lars Timmermann, Leiter der Arbeitsgruppe Bewegungsstörungen und THS an der Uniklinik Köln.

Es zeigte sich, dass die Lebensqualität in der THS-Gruppe sowohl direkt nach der Operation als auch zwei Jahre später signifikant besser war. Phasen der schlechten Beweglichkeit, Schwankungen der Medikamentenwirkung und Überbeweglichkeit konnten deutlich reduziert werden. Auch die Aktivitäten des täglichen Lebens konnten in der THS-Gruppe verbessert werden.

"In Zukunft können wir Patienten auch in frühen Krankheitsstadien für eine Tiefe Hirnstimulation in Betracht ziehen, da wir zeigen konnten, dass sich die Lebensqualität im Vergleich zur rein medikamentösen Therapie bereits im früheren Krankheitsstadium deutlich verbessern lässt", so Timmermann. (red, derStandard.at, 14.2.2013)

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