Flüchtlinge wollen ab Sonntag über Auszug aus Votivkirche verhandeln

14. Februar 2013, 13:48
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Tatsächliche Übersiedlung aber offen - Flüchtlinge reagieren erfreut auf Brief des Bundespräsidenten

Wien - Die Flüchtlinge, die seit mehreren Wochen die Wiener Votivkirche besetzen, wollen ab Sonntag mit der Caritas und der Erzdiözese Wien über eine Übersiedlung in ein anderes Quartier verhandeln. Der Ausgang der Gespräche sei aber offen, hieß es am Donnerstag aus dem Kreis der Aktivisten. Die Caritas betonte, laufend im Gespräch mit den Asylwerbern zu sein. Konkrete Pläne zum Auszug gebe es aber noch nicht.

Mir Jahangir, einer der Besetzer, sagte im Ö1-"Mittagsjournal": "Wenn wir tot sind, ist das keine Lösung. Vielleicht starten wir nächste Woche einen Dialog und übersiedeln dann woanders hin. Ich hoffe es." Die Flüchtlinge würden jedoch eine Garantie verlangen, dass "die Behörden nicht unsere Gruppe zerstören und aufteilen", erklärte Adalat Khan, ebenfalls ein Betroffener.

Solidaritätsdemo am Samstag

Zunächst warten die Flüchtlinge die Solidaritätsdemo am Samstag in Wien ab. Gleich danach wolle man mit der Kirche und der Caritas konkret verhandeln und die Bedingungen diskutieren. So könnten die Flüchtlinge übersiedeln, wenn in den anderen Quartieren ein ähnlicher Schutz wie in der Votivkirche geboten werde. Der Auszug stehe nicht unmittelbar bevor, es seien jedoch konkrete Verhandlungen gewünscht, hieß es von den Aktivisten.

Caritas: Brief von Fischer hilfreich

Der Brief von Bundespräsident Heinz Fischer an die Flüchtlinge sei sicher hilfreich gewesen, sagte der Wiener Caritas-Sprecher Klaus Schwertner. Ob die angebotene Hilfe aber nun tatsächlich angenommen werde, sei noch nicht abzusehen. Die Caritas sei jedenfalls mehrmals täglich mit den Flüchtlingen in der Kirche im Gespräch.

Das Innenministerium erklärte am Donnerstag, dass sich in der Votivkirche der Anteil von Personen mit negativem Asylbescheid seit Beginn der Besetzung erhöht habe. Wesentlich für Asylverfahren sei die Mitwirkung des Antragstellers. Aufgrund etwa von versäumten Fristen mangle es jedoch zum Teil an dieser Mitwirkung. Die Folge sei eine höhere Zahl von Personen mit rechtskräftigen negativen Bescheiden. (APA/red, derStandard.at, 14.2.2013)

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