Bis zu 31 Pestizide in einer Rose

14. Februar 2013, 13:22
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Global 2000 hat zum Valentinstag 300 Schnittblumen auf Pestizide untersucht und wurde fündig. Über etwaige gesundheitliche Gefahren kann aber nur spekuliert werden

Keine gute Nachricht zum Valentinstag: Wer heute Rosen geschenkt bekommt, hat gute Chancen, einen "Giftstrauß" in Händen zu halten. Global 2000 hat im Vorfeld des "Tags der Liebenden" mehr als 300 Schnittblumen aus verschiedenen Supermärkten auf Pestizidrückstände untersucht. Ergebnis: Ausgerechnet in Rosen, dem Valentinstag-Geschenk schlechthin, wurden bis zu 31 Pestizide nachgewiesen, wobei der Wert bis zum Hundertfachen über der in Obst und Gemüse üblichen Konzentrationen lag.

Die untersuchten Rosen stammten allesamt aus Afrika. Unter den Sträußen wiesen einige das Fairtrade-Siegel auf, wobei diese in Bezug auf die Pestizid-Belastung nur unwesentlich besser abschnitten als konventionelle Rosen. Für Global 2000 ein "erschreckendes" Resultat, wie der Pestizid-Experte Helmut Burtscher darlegte: "Es ist das Gebot der Stunde, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel durch alternative Maßnahmen zu ersetzen. Der Handel ist gefordert, entsprechende Rahmenbedingungen und Anreize für einen umweltverträglichen Blumenanbau zu schaffen."

In den afrikanischen Herkunftsländern sei "sehr viel Verbesserungspotenzial gegeben", so Burtscher. Fairtrade-Rosen seien aber noch immer die bessere Wahl, da sie - abgesehen von besseren Preisen für die Produzenten und gerechteren Löhnen für die Arbeiter - auch einen erweiterten Schutz der Arbeitnehmer garantieren.

Gesundheitliche Gefahr?

Über die Frage, ob für die mit kontaminierten Rosen Beschenkten eine Gesundheitsgefahr besteht, könne nur spekuliert werden, sagte Burtscher: "Sicher ist aber, dass der massive Einsatz von Pestiziden für die Pflücker und die Pestizid-Spritztrupps in den afrikanischen Herkunftsländern ein erhebliches Gesundheitsrisiko bedeuten kann. Dramatisch können sich die mit Pestiziden vergifteten Abwässer auch auf das umliegende Ökosystem auswirken, da die Pestizide meist ungefiltert in die angrenzenden Seen und Flüsse eingeleitet werden."

Die enorme Nachfrage nach Rosen in Europa bedingt in den Erzeugerländern Massenproduktion in Monokulturen. Monokulturen sind anfällig für Schädlinge, die in den Plantagen in Afrika zumeist mit einem massivem Einsatz von Pestiziden bekämpft werden. Zahlreiche der gefundenen Pestizid-Wirkstoffe stehen im Verdacht, Krebs zu erregen. Andere gelten als erbgutverändernd, fruchtschädigend oder hormonell wirksam. Viele können zudem haut-, augen- oder atemreizend wirken.

Im Hinblick darauf empfiehlt Global 2000 den Konsumenten, lieber Bio-Blumen zu schenken oder auf wenig belastete Produkte wie Tulpen- oder Gerbera-Sträuße zurückzugreifen. Bei diesen fanden die Global 2000-Prüfer nur sehr geringe bzw. geringe Pestizid-Belastungen, was einerseits mit der kurzen Zeitspanne zwischen dem ersten Sprießen und der Ernte zusammenhängt und andererseits darauf zurückzuführen ist, dass in Europa verstärkt alternative Pflanzenschutzmaßnahmen, etwa der Einsatz von "nützlichen Insekten" gegen Schädlinge - angewendet werden. (red/APA, derStandard.at, 14.2.2013)

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    Weil viele Rosen mit Pestiziden belastet sind, empfiehlt Global 2000 auf andere Schnittblumen zurückzugreifen.

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