Ligavorstandsärger am Fußballweltnabel

14. Februar 2013, 13:30
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In Schladming, wo sonst, hat die Fußball-Bundesliga ihr Frühjahr eingeläutet. Georg Pangl ärgerte sich sehr über Europol

Schladming - Auf die Fußball-Bundesliga ist Verlass. Wenn schon sonst nichts los ist in Schladming, dann veranstaltet sie dort halt ihre Pressekonferenz zum Frühjahrsauftakt. Der ORF-Sportredaktion soll nichts Schlimmeres passieren, als eine Pressekonferenz in Schladming live behandeln zu müssen. Die Trainer der Vereine kamen allesamt überaus gerne, erstens ist Schladming ein Nabel der Welt, zweitens haben sie zwei Tage vor den ersten Spielen nichts Besseres zu tun, Training wird ja generell überschätzt.

Und auf dass Schladming auch wirklich aus seinem Winterschlaf erwache, legte Bundesliga-Vorstand Georg Pangl gleich einmal los und übte ordentlich Kritik an Europol. Die europäische Polizeibehörde hatte am 4. Februar für Aufsehen gesorgt, als sie die Öffentlichkeit von mehr als 380 manipulierten Spielen, nun ja, informierte. Konkrete Details veröffentlichte Europol allerdings nicht - sehr zum Ärger Pangls. "Der größte Teil dieser Enthüllungen ist ein alter Hut, wurde in vielen Ländern schon abgearbeitet und jetzt als Riesenwettskandal präsentiert."

Der Burgenländer wünscht sich mehr Informationen von Europol. "Wenn es Beweise gibt, dann will ich die so schnell wie möglich haben. Erst dann kann die Bundesliga aktiv werden. Derzeit gibt es für uns keine neuen Erkenntnisse, die uns irgendwie weiterhelfen", sagte Pangl und legte nach: "Europol sollte etwas strukturierter und durchdachter vorgehen und beachten, dass Europa nicht Asien ist." Außerdem sprach Pangl (47) von einer positiven Entwicklung, in der sich die Bundesliga befinde, und hob die geringe Legionärsanzahl hervor. "Als ich 2004 begonnen habe, waren es 99 Legionäre, jetzt sind wir bei 50, so wenig wie noch nie."

Salzburgs Assistenz-Coach Oliver Glasner entschuldigte seinen Chef Roger Schmidt, dem eine Grippe einen Strich durch den Schladming-Reiseplan gemacht hatte. Also umriss Glasner den Plan der Salzburger, die als erster Verfolger sieben Punkte Rückstand auf Tabellenführer Austria haben. Der Plan ist ausgeklügelt. "Vor der letzten Runde", sagte Glasner, "wollen wir vier Punkte aufgeholt haben, dann gibt es in unserem Stadion einen echten Showdown." Am 26. Mai hat Salzburg in der letzten Runde die Austria zu Gast.

Austria-Coach Peter Stöger hingegen erklärte drei Tage vor dem Derby gegen Rapid, dass er den Vorsprung auf Salzburg weiter ausbauen will. Auf Nacer Barazite setzt Stöger noch keine großen Hoffnungen. "Er hat körperliche Defizite, bei ihm besteht Aufholbedarf", sagte er über den Niederländer, der aus Monaco zur Austria zurückkehrte. Rapid-Trainer Peter Schöttel traut sich und Rapid zu, "die Austria zu schlagen". Sturm-Graz-Trainer Peter Hyballa will einen Europacup-Platz absichern und "ein bisschen nach oben schielen".

Michael Angerschmied (Ried), Nenad Bjelica (WAC), Dietmar Kühbauer (Admira), Heimo Pfeifenberger (Wr. Neustadt) und Roland Kirchler (Innsbruck) ließen sich Schladming auch nicht nehmen. Wenn dort schon sonst nichts los ist. (APA/fri, DER STANDARD, 15.2.2013)

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    Pangl: "Europa ist nicht Asien."

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