Uni Innsbruck will Lehrerausbildung für ganz Westösterreich anbieten

14. Februar 2013, 12:43
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Ausbildung von Pädagogen für Kindergarten bis zur maturaführenden Schule geplant

Innsbruck - Das größte Projekt der Universität Innsbruck für die kommenden drei Jahre wird die Schaffung einer 16. Fakultät, "um die Ausbildung von PädagogInnen von der Elementarschule bis zum Gymnasium an der Universität zu verankern". Dabei stellt die Uni in der Leistungsvereinbarung mit dem Wissenschaftsministerium für die Jahre 2013-2015 klar, dass die geplante Gesamtlösung für Westösterreich nur "in einer Kooperation mit Pädagogischen Hochschulen (PH, Anm.) gelingen kann".

Unis gegen "Zwangsehe" mit PH

Derzeit bilden die Unis nur Lehrer für AHS und berufsbildende mittlere und höhere Schulen (BMHS) aus, die PH nur jene für Volks-, Haupt-, Neue Mittel-, Berufs- und Polytechnische Schulen. Geht es nach der von der Regierung geplanten Reform der Lehrerausbildung, sollen Unis und PH künftig gemeinsame Angebote schaffen. Die autonomen Unis haben sich allerdings wiederholt gegen eine "Zwangsehe" mit den PH als nachgeordneten, weisungsgebundenen Dienststellen des Unterrichtsministeriums verwehrt. Derzeit werden von einem Entwicklungsrat mögliche regionale Kooperationen ausgelotet. Welche Institutionen künftig Lehrer ausbilden dürfen, soll ein von Unterrichts- und Wissenschaftsministerium beschickter Zertifizierungsrat entscheiden, der von den Unis allerdings ebenfalls als Eingriff in deren Autonomie abgelehnt wird.

Schrittweise Integration geplant

Von der Uni Innsbruck wird für die von ihr geplante Gesamtlösung eine Vertiefung der Kooperation "bzw. mögliche schrittweise Integration in eine von der Vorbereitungsgruppe PädagogInnenbildung NEU geforderte einzige Institution" nicht nur von PH, sondern auch Bundesanstalten für Kindergartenpädagogik (Bakip) angestrebt, "durch die im Endausbau die komplette PädagogInnenaus-/ fort-/ und -weiterbildung im Westen Österreichs abgedeckt werden könnte", wie es in dem Dokument heißt.

"Entwicklungsverbund West"

Entwicklungsschritte in diese Richtung wurden in der Leistungsvereinbarung bereits fixiert: Für 2013 ist ein Kooperationsabkommen des sogenannten "Entwicklungsverbund West" geplant. In diesem sollen die Lehrerausbildungseinrichtungen aus Westösterreich - insbesondere die Uni Innsbruck, die PH Tirol, die Private PH Tirol, die PH Vorarlberg und die Bakip - sowie das Schulamt Südtirol das geforderte gemeinsame Studienangebot abstimmen und weitere Entwicklungsschritte planen und umsetzen. (APA, 14.2.2013)

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