Blockade verhindert Neonazi-Aufmarsch in Dresden

14. Februar 2013, 10:01
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Tausende bei Menschenkette zum Gedenken an Luftangriff vor 68 Jahren

Dresden - In Dresden haben am Mittwoch mehrere tausend Menschen an die Bombardierung der deutschen Stadt vor 68 Jahren erinnert und ein klares Signal gegen Rechts gesetzt. In der Altstadt bildeten am frühen Abend nach Angaben der Stadt über 10.000 Bürger eine Menschenkette, als mahnendes Zeichen gegen Krieg und Gewalt. Zugleich demonstrierten sie damit gegen den Missbrauch des Gedenktages durch Rechtsextreme.

Die Menschenkette sei ein Symbol dafür, dass Dresden und seine Geschichte den Bürgern der Stadt gehöre und "nicht den braunen Enkeln und Urenkeln der Brandstifter von einst", sagte Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) laut Redetext. Es gehe darum, an diesem 13. Februar ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit, Hass und Gewalt zu setzen und nie wieder zuzulassen, was vor 68 Jahren geschah, sagte Orosz.

"Trauermarsch" mit 1000 Teilnehmern

Neonazis versuchen seit Jahren, die Zerstörung Dresdens durch alliierte Bomber am 13. und 14. Februar 1945 für ihre Propaganda zu instrumentalisieren. Auch in diesem Jahr haben die Rechtsextremen einen sogenannten Trauermarsch geplant, zu dem die Behörden bis zu 1000 Teilnehmer erwarteten.

Das Anti-Rechts-Bündnis "Dresden nazifrei" rief wie schon in den vergangenen Jahren zu Protesten und Blockaden auf. Nach Angaben eines Sprechers gab es am Nachmittag erste Straßenblockaden. Den Gegendemonstranten war es in den vergangenen Jahren immer wieder gelungen, den Rechten den Weg zu versperren.

Die Polizei ist in diesem Jahr mit rund 3000 Beamten im Einsatz, um Zusammenstöße zu verhindern. Nach Angaben eines Polizeisprechers blieb die Lage bis zum frühen Abend friedlich, dann kam es am Rand der Demonstration zu Gewalt. Wie die Polizei am Mittwochabend mitteilte, erlitten die beiden Beamten bei einem Angriff vermummter Demonstranten Kopfverletzungen. Sie seien in ein Krankenhaus gebracht worden. Zuletzt war es 2011 zu teils heftigen Auseinandersetzungen zwischen Rechten, Linken und der Polizei gekommen.

Bereits am Nachmittag waren auf dem Dresdner Heidefriedhof laut Polizei rund 150 Bürger, Vertreter der Stadt und der Landespolitik, darunter auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU), zu einem stillen Gedenken zusammengekommen. Viele legten weiße Rosen als Symbol der Trauer und als Zeichen gegen Krieg und Gewalt nieder.

Zuvor hatten sich nach Angaben des Aktionsbündnisses "Dresden nazifrei" rund 3000 Menschen an dem Mahngang "Täterspuren" beteiligt. Der Mahngang erinnert an verschiedenen Orten wie der jüdischen Synagoge an die Verbrechen der Nationalsozialisten. Die Polizei sprach rund 2100 Teilnehmern.

Das Aktionsbündnis wertete den Mahngang als "großen Erfolg". Dies sei eine sinnvolle Möglichkeit, sich mit der Rolle Dresdens in der Nazi-Zeit auseinanderzusetzen, erklärte ein Sprecher. In zahlreichen Kirchen fanden zudem Gottesdienste und Friedensgebete statt.

Bei den Luftangriffen britischer und amerikanischer Bomber am 13. und 14. Februar 1945 auf Dresden starben rund 25.000 Menschen. Tausende Opfer sind auf dem Heidefriedhof begraben. Weite Teile der historischen Altstadt wurden damals zerstört. (APA, 14.2.2013)

  • Menschenkette gegen Neonazis am Elbufer
    foto: epa/arno burgi

    Menschenkette gegen Neonazis am Elbufer

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     Rechtsextreme wollten durch die Stadft marschieren

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