Kein Fest für Entacher?

Kommentar der anderen13. Februar 2013, 19:21
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Doch, sagt Darabos, aber "realistisch" muss es sein

Post aus dem Verteidigungsministerium zum STANDARD-Bericht "Wirbel um Entacher-Abschied":

Sehr geehrte Redaktion! Österreich hat gewiss wichtigere Herausforderungen zu bewältigen als die Pensionsfeier eines hohen Beamten. Trotzdem muss ich einiges klarstellen.

Ich darf mit einer kurzen Geschichte beginnen. Als ich vor einigen Jahren den Onkel meiner Gattin, einen burgenländischen Auswanderer und Vietnamveteranen, in Pensacola im US-Bundesstaat Florida besuchte, "schneite" ich mit ihm in die Pensionierungsfeier des Kommandanten der größten Marinefliegerbasis der US-Navy hinein. Diese Militärbasis verfügt über 16.000 Mitarbeiter und 7.400 Zivilbedienstete. Die Feier war würdevoll und schlicht und wurde von einem kleinen Militärkontingent umrahmt. Wohlgemerkt handelt es sich dabei, wie bereits angedeutet, um die Verabschiedung eines wichtigen Kommandanten der US-Navy.

Zurück nach Österreich. Der Vorgänger von General Entacher, General Ertl, verzichtete gänzlich auf eine Pensionierungsfeier. Der Vorvorgänger von General Entacher, Generaltruppeninspektor General Horst Pleiner, hatte im Rahmen einer Kommandoübergabe (also ein qualitativer Unterschied) eine würdige Abschiedsfeier im kleinen Rahmen im Heeresgeschichtlichen Museum. Es handelt sich also meinerseits keineswegs um einen Rachefeldzug sondern um eine realistische Lageeinschätzung.

Ich möchte auch betonen, dass ich es war, der dem Österreichischen Bundesheer beispielsweise im Rahmen der Airpower die Darstellung der Kompetenz und der Qualität ermöglicht hat. Es geht also nicht um das Verstecken des Österreichischen Bundesheeres vor der Öffentlichkeit - was absurd wäre angesichts der einzigartigen Heeresschau am Heldenplatz -, sondern um eine realistische und akzeptable Zugangsweise zu einer Pensionierungsfeier.

Ordnungshalber möchte ich noch anmerken, dass ich persönlich nicht in die Terminplanung eingebunden war, weshalb ich logischerweise auch nicht Einlader sein kann.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass ich den Generalstabschef des Österreichischen Bundesheeres im Rahmen der feierlichen Pensionierungsfeier meines Ressorts im Heeresgeschichtlichen Museum verabschieden werde. (Norbert Darabos, DER STANDARD, 14.2.2013)

Norbert Darabos ist Bundesminister für Landesverteidigung und Sport.

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    So feierlich kommen sie wohl nicht mehr zusammen: Minister Darabos (li.) und Generalstabschef Entacher beim Offiziersball.

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