Mit Fekters Unterstützung in die FMA

Kopf des Tages13. Februar 2013, 19:14
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Die Finanzmarktaufsicht (FMA) ist ab heute, Donnerstag, fest in oberösterreichischer Hand. Klaus Kumpfmüller, langjähriger Vertrauter von Finanzministerin Maria Fekter (VP) - selbst eine Oberösterreicherin -, leitet gemeinsam mit dem gebürtigen Linzer Helmut Ettl (SPÖ) für die nächsten fünf Jahre die FMA.

Auch wenn der 43-Jährige klar dem ÖVP-Lager zuzuordnen ist, bescheinigen ihm Wegbegleiter - nicht nur aus der eigenen Partei - durchaus fachliche Kompetenz. Im Gegensatz zu Vorgänger Kurt Pribil, der in der Nationalbank das ÖVP-Direktorenticket des in Ungnade gefallenen Wolfgang Duchatczek übernimmt, habe Kumpfmüller auch praktische Erfahrung im Bankgeschäft gesammelt, wird argumentiert.

Begonnen hat die Karriere des Neo-Aufsehers aber in der Politik. Von 1994 bis 1995 war Kumpfmüller Mitarbeiter im Kabinett des Wirtschaftsstaatssekretariats. Staatssekretärin war damals eine gewisse Maria Fekter.

Danach ging es zurück in die Heimat Oberösterreich. Acht Jahre lang war der studierte Betriebswirt in der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich tätig. Dort war er für institutionelle Kunden zuständig. 2002 wechselte er in die Hypo Oberösterreich, bei der er Leiter des Geschäftsbereichs Großkundenbetreuung wurde.

2011 verhalf ihm Fekter zum nächsten Karrieresprung: Kumpfmüller wurde Geschäftsführer der Bundesfinanzierungsagentur, die für das staatliche Schuldenmanagement verantwortlich ist. Im Salzburger Spekulationsskandal versuchte er zuletzt zu erklären, warum der Bund für das Land 1,5 Milliarden Euro aufnahm, ohne über die Mittelverwendung Bescheid zu wissen.

Beschrieben wird der verheiratete Vater eines Kindes als "professionell" , "verbindlich", aber auch "zurückhaltend". Er ist keine Führungskraft, die schreiend durchs Büro rennt. "Emotionen zeigt er nicht oft", heißt es in oberösterreichischen Bankkreisen.

Interessant wird sein, wie offensiv Kumpfmüller in der FMA agieren wird. Die Aufsichtsbehörde hat sich in den vergangenen Jahren wenig Freunde bei den Banken gemacht. Manche sprechen von "übertriebenen Formalismen". Hier werde schon erwartet, dass sich die Finanzmarktaufsicht wieder mehr auf die "wirklichen Risken" konzentriere, sagt ein Banker. "Kumpfmüller ist keiner, der alles für schlecht hält, sein positiver Grundzugang ist wichtig", beschreibt ihn ein Eingeweihter. (Günther Oswald, DER STANDARD, 14.2.2013)

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