Neues "Parfum" der Juwelwespe

13. Februar 2013, 19:36
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Weibchen reagieren auf Pheromonveränderung neutral - Forscher machen erstaunliche Entdeckung bei einer Wespenart

Bonn/Wien - Das, was die Werbeclips einiger Parfumhersteller versprechen - nämlich die absolute Unwiderstehlichkeit des Parfumverwenders für all jene, die den Duft wahrnehmen - funktioniert im Reich der Menschen zum Glück nur ziemlich schlecht. Im Tierreich hingegen senden selbst produzierte Sexualpheromone ganz eindeutige Signale aus, die meist auch zu den entsprechenden Reaktionen - also der Paarung - führen.

Wie aber kam es zur Diversifikation dieser je nach Tierart verschiedenen Sexualduftstoffe? Forscher um Oliver Niehuis vom Zoologischen Forschungsmuseum in Bonn berichten im Fachblatt "Nature" von einer erstaunlichen Entdeckung bei der Wespenart Nasonia vitripennis: Männchen dürften olfaktorisch mitbestimmen, wer als Partnerin infrage kommt.

Die Forscher fanden nämlich heraus, dass die Männchen eine spezielle neue "Parfumkomponente" entwickelten, deren Produktion auf drei speziellen Genen beruht und die bei ihren nächsten Wespenverwandten nicht vorkommt. Nur die Weibchen dieser Juwelwespenart reagieren auf den neuen Wirkstoff in gewohnter Weise, obwohl sie nicht die entsprechenden Rezeptoren haben.

Sprich: Sie haben - evolutionär betrachtet - Zeit, entsprechende Rezeptoren auszubilden. Das wiederum könnte bedeuten, dass Pheromone bei der Artbildung eine wichtige Rolle spielen. (tasch, DER STANDARD, 14.2.2013)

  • Hier hat der neue Sexualduftstoff augenscheinlich seine Wirkung gezeigt: Zwei Wespen bei der Paarung.
    foto: elizabeth cash and josh gibson

    Hier hat der neue Sexualduftstoff augenscheinlich seine Wirkung gezeigt: Zwei Wespen bei der Paarung.

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