Erforschte Partnerfindung

13. Februar 2013, 17:05
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Welche Rolle spielt Schönheit und welche der Status? - Über Zusammenhänge von Schönheit, Sex und Risiko

Innsbruck/Wien – Wie läuft das – apropos Valentinstag – bei der Partnerwahl der Menschen wirklich? Welche Rolle spielt Schönheit und welche der Status?

Gemeinhin gilt die sexuelle Selektion beim Menschen (und beim Tier) als eine Art Wettbewerb, bei dem die Willigen ihre positiven Eigenschaft gegen einen möglichst begehrenswerten Partner eintauschen. Als entscheidender Trumpf bei Liebesgeschichten und Heiratssachen gilt die Schönheit. Doch die scheint bei Männern und Frauen zu ganz unterschiedlichem Sexualverhalten zu führen, wie die US-Soziologin Elizabeth McClintock (University of Notre Dame, Indiana) herausfand.

Attraktive Männer haben im Schnitt mehr Partnerinnen als der normale Mann von der Straße. Bei schönen Frauen hingegen wirkt der physische Vorzug genau umgekehrt, berichtet McClintock im Fachblatt "Biodemography and Social Biology": Sehr schöne und sehr schlanke Frauen haben weniger Sexualpartner als ihre Geschlechtsgenossinnen – und zwar je schlanker, desto weniger.

Sehr attraktive Frauen scheinen ihre Schönheit aber strategisch einzusetzen: Sie präferieren eher Langzeitbeziehungen, bestimmen den Grad der Verbindlichkeit und lassen sich länger Zeit, bis es zum ersten Sex kommt.

McClintock macht zudem auf ein Phänomen aufmerksam, das beim Klassiker "männliches Geld" findet "weibliche Schönheit" oft übersehen werde: Erstens investieren Menschen mit höherem Einkommen mehr in den Körper und Kleidung – und zweitens sei "Ähnlichkeit" (bei Bildung, Beruf, Religion etc.) der mit Abstand wichtigste Selektionsfaktor bei der Partnerwahl.

Wie weit aber gehen Männer und Frauen, ihre Liebe zu zeigen und den gewählten Partner von den eigenen Vorzügen zu überzeugen? Das hat der Innsbrucker Psychologe Tobias Greitemeyer mit Kollegen im "Journal of Risk Research" genauer untersucht. Ihre Ergebnisse sind nicht wirklich überraschend: Männer nehmen, wenn Romantik im Spiel ist, alle möglichen Risiken auf sich, Frauen dagegen gar nicht. (tasch, DER STANDARD, 14.2.2013)

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    Die Partnerwahl beim Menschen haben ForscherInnen unter die Lupe genommen. Ein Ergebnis: Wenn Romantik im Spiel ist, nehmen Männer alle möglichen Risiken auf sich.

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