Gehaltsverhandlungen für Uni-Bedienstete stocken

13. Februar 2013, 15:45
29 Postings

Uni-Dachverband bietet 50 Euro monatlich mal 14, GÖD fordert Inflationsausgleich

Wien - Für die Universitätsbediensteten sollten eigentlich seit 1. Jänner neue Kollektivvertrags-Gehälter gelten. Die schon seit mehreren Monaten laufenden Verhandlungen mit der Gewerkschaft sind allerdings ins Stocken geraten, beklagt der Vorsitzende des Dachverbands der Universitäten. Wolfgang Schütz, im Newsletter der Universitätenkonferenz (uniko). Die GÖD lehnt das Angebot des Dachverbands - 50 Euro monatlich mal 14 - kategorisch ab und fordert stattdessen eine Inflationsabgeltung. Als Messlatte gelten für GÖD-Verhandlungsführer Wilhelm Gloss 2,9 Prozent - so viel habe es für den KV in der außeruniversitären Forschung gegeben.

An den Unis gibt es drei verschiedene Klassen von Arbeitnehmern: Beamte, übernommene Vertragsbedienstete und die vom KV erfassten Mitarbeiter. Für die beiden ersten Kategorien - je nach Uni zwischen 30 und 50 Prozent des Personals - gelten aufgrund gesetzlicher Bestimmungen die Gehaltsabschlüsse des Bundes - für heuer also eine Nulllohnrunde. Alle seit 1.1.2004 aufgenommenen Mitarbeiter fallen dagegen unter den KV.

"Handgeld"

Schütz, Rektor der Medizin-Uni, verteidigt unterdessen das Angebot der Unis: Zwar gelte die Nulllohnrunde 2013 prinzipiell nur für Beamte und übernommene Vertragsbediensteten an den Unis. Wissenschafts- und Finanzministerium hätten allerdings auch eine Abdeckung von KV-Gehaltserhöhungen "abgelehnt und sogar ausgeschlossen". Die Unis würden den KV-Bediensteten dennoch bessere Arbeitsbedingungen in Form einer sechsten Urlaubswoche für Über-43-Jährige und "einen finanziellen Ausgleich für Kleinverdiener" (bis 2.600 Euro) anbieten.

Für GÖD-Verhandlungsführer Wilhelm Gloss ist das allerdings kein Argument, betont er gegenüber der APA. "Nur weil die Rektoren mit dem Ministerium schlecht verhandeln und nicht berücksichtigen, dass es KV-Gehaltssteigerungen geben muss, können sie das nicht auf die Angestellten abwälzen." Die angebotenen 50 Euro pro Monat seien nur ein "Handgeld", da sie nicht in der Gehaltsstaffel berücksichtigt würden und dadurch die KV-Verhandlungen im kommenden Jahr damit wieder auf dem Niveau von 2012 beginnen würden, kritisiert Gloss. Die sechste Urlaubswoche wiederum sei in erster Linie ein Thema für die Uni-Bilanzen und bedeute nur eine sehr geringe Budgetbelastung.

"So kann man keine Verhandlungen führen"

Bis Ende Februar heißt es nun Abwarten, so Gloss. Bis dahin haben die Rektoren der 21 Unis Zeit, ihren Betriebsratsvorsitzenden die per Brief gestellte Frage zu beantworten, ob sie mit dem Vorschlag des Uni-Dachverbands einverstanden und damit gegen eine Inflationsabgeltung für ihre KV-Mitarbeiter seien. Begründung für diesen Schritt: Immerhin bestehe das Verhandlungsteam nur aus zwei Rektoren und einem Vizerektor und habe anscheinend kein Pouvoir für weiterreichende Entscheidungen. "So kann man keine Verhandlungen führen."

Schütz fordert wiederum einen baldigen Terminvorschlag von der Gewerkschaft, "wie sie es am Ende der letzten Verhandlungsrunde versprochen hat". Und er mahnt die GÖD zu einem anderen Verständnis von Gleichbehandlung: "Es kann aber nicht sein, dass man einerseits massiv für eine Gleichbehandlung mit den Beamten plädiert (6. Urlaubswoche), andererseits eine solche in Bezug auf eine Gehaltsanpassung ablehnt." (APA, 13.2.2013)

Share if you care.