Wiener Ärztekammer warnt vor Abkehr von Substitutionstherapie

13. Februar 2013, 14:32
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"Unzulässige Einmischung in die medizinischen Behandlungsstandards"

Wien - Nachdem Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) die Abkehr von der Substitutionsbehandlung angekündigt hat, ist nun von der Wiener Ärztekammer Kritik laut geworden. Dies sei "aus ärztlicher Sicht entschieden abzulehnen." Der Plan sei "fachlich unbegründet" und stelle eine "unzulässige Einmischung in medizinische Behandlungsstandards dar", meinte Hans Haltmayer, der Referent für Substitution und Drogentherapie in der Wiener Ärztekammer.

Aktuelle WHO-Empfehlungen würden die Substitutionsbehandlung als die effektivste Behandlungsform bei Opiatabhängigkeit bezeichnen. "Eine Abkehr von der Substitutionsbehandlung würde diese positive Entwicklung umkehren", sagte Haltermayer. Die Folgen wären mehr HIV- und Hepatitis-Infektionen, mehr Beschaffungskriminalität, mehr Drogentote und weniger gut integrierte und unauffällige Suchtkranke. "Alleine in Wien wären davon mehrere Tausend Patientinnen und Patienten betroffen, österreichweit sind es fast 17.000." Der Experte: "Die Substitutionsbehandlung ist eine seit vielen Jahren erprobte, wissenschaftlich sehr gut belegte Behandlungsform und gilt als Therapie der ersten Wahl bei Opiatabhängigkeit." (APA, 13.2.2013)

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