Der Böhmische Prater, eine bunte Geisterstadt im Schnee

Fotoreportage15. Februar 2013, 05:30
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Mit dem Trubel im großen Prater kann sein kleiner Bruder am Wiener Laaer Berg ohnehin nicht mithalten. Im Winter jedoch ist der Böhmische Prater fast ausgestorben.

Im ausgehenden 19. Jahrhundert hieß die zweitgrößte tschechische Stadt Wien. Jeder vierte Einwohner der k. u. k. Hauptstadt stammte aus Böhmen oder Mähren, und viele von ihnen schufteten in den Ziegelwerken in Favoriten. Wien erlebte damals den größten Aufschwung seiner Geschichte, den die Arbeiter mit bis zu 15-stündigen Schichten bezahlten. An den wenigen freien Tagen aber gingen die "Ziegelböhm", wie man sie nannte, ins Grüne hinaus und hinauf auf den Laaer Berg, um sich abzulenken.

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foto: derstandard.at/michael matzenberger

Franz Bauer, der geschäftige Kantinenwirt der Ziegelei Wienerberger, erkannte mit der Zeit, dass die Ausflügler stets ihre eigene Verpflegung mitbrachten. Also suchte er um die Eröffnung einer Gaststätte an, die zum Grundstein eines neuen Vergnügungsparks werden sollte. Nach der Herkunft seiner Besucher war dieser in der ganzen Stadt bald nur mehr als Böhmischer Prater bekannt.

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