"Körperwelten"-Erfinder von Hagens verlangt 2,2 Millionen Euro von Nordrhein-Westfalen

13. Februar 2013, 13:12
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Wegen jahrelanger Drangsalierung durch Beamte

Düsseldorf - Leichenpräparator Gunther von Hagens (68) verlangt 2,2 Millionen Euro vom Land Nordrhein-Westfalen, weil er von dessen Beamten jahrelang drangsaliert worden sei. Der Fall werde Ende Mai verhandelt, sagte ein Sprecher des Düsseldorfer Landgerichts am Mittwoch.

Von Hagens hatte einen Professorentitel geführt, der ihm von einer chinesischen Universität verliehen worden war. Die Landesregierung hatte ihm auferlegt, den Titel nur mit dem Zusatz RC oder VRC (Volksrepublik China) zu führen. Außerdem war ein Strafverfahren wegen Titelmissbrauchs gegen ihn eingeleitet worden. Im vergangenen Jahr hatte das Oberverwaltungsgericht in Münster entschieden, dass von Hagens den Titel ohne Zusatz führen durfte. Vom Vorwurf des Titelmissbrauchs war er da längst freigesprochen.

2,2 Millionen Euro

Durch die Maßnahmen sei er in den Medien als Hochstapler verunglimpft worden. Da ihn das NRW-Wissenschaftsministerium sieben Jahre lang in Rechtsstreitigkeiten verwickelt und zum Einstampfen von Werbeplakaten für seine Ausstellungen gezwungen habe, macht der 68-Jährige nun sogenannte Amtshaftungsansprüche geltend, die er auf 2,2 Millionen Euro summiert.

Gunther von Hagens ("Körperwelten") hat das Plastinationsverfahren für Leichen entwickelt und die so konservierten Körper Millionen Besuchern seiner Ausstellungen präsentiert. (APA, 13.2.2013)

  • Gunther von Hagens will Geld vom Land Nordrhein-Westfalen. Im Bild: "Körperwelten"-Ausstellung in der Dominikanischen Republik.
    foto: epa/orlando barria

    Gunther von Hagens will Geld vom Land Nordrhein-Westfalen. Im Bild: "Körperwelten"-Ausstellung in der Dominikanischen Republik.

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