"Aliens: Colonial Marines": Kritiker verreißen "deprimierend" schlechten Shooter

14. Februar 2013, 10:54
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Tester lassen kein gutes Haar an der Spielumsetzung

Die Hoffnungen waren groß, dass Gearbox Software, immerhin die Schöpfer der populären Shooter-Serien "Borderlands" und "Brothers in Arms", ein gutes Spiel aus dem Sci-Fi-Horror-Stoff der "Aliens"-Filme machen würden. Oder zumindest ein Spiel, das dem Ansehen der Klassiker nicht schaden würde. Diese Woche ist "Aliens: Colonial Marines" erschienen, die Kritiker zeigen sich durch die Bank enttäuscht.

Ein blutiges Massaker

Ziel war es, die Geschichten des zweiten und dritten Teils miteinander zu verknüpfen und tiefer in das düstere Universum abzutauchen. Herausgeber Sega und Gearbox engagierten hierfür niemand geringeren als die Autoren der "Battlestar Galactica"-Serie, Bradley Thompson und David Weddle. In der Rolle hartgesottener Colonial Marines stößt man im Orbit auf das Raumschiff Sulaco aus dem Film "Aliens". Doch als die Aufklärung der mysteriösen Ereignisse zum Überlebenskampf gegen eine tödliche Spezies aus dem All wird, beginnt die Fassade den Kritikern zufolge zu bröckeln. "Trotz der besten Absichten des Spiels, einen vom "Aliens"-Universum vereinnahmen zu lassen, ist das Resultat ein blutiges Massaker", schreibt Gametrailers. Was als atmosphärisch schauriger Thriller angelegt ist, gehe schnurgerade in stupide Ballereien über, in denen weder die Geschichte noch die außerirdischen Ungeheuer für Spannung sorgen können. "Gestützt auf veraltete Videospiel- und Erzähltechniken und ohne plausiblem Link zwischen den Filmvorlagen, ist 'Aliens: Colonial Marines' nicht dazu in der Lage, die Action mit dem Gefühl von Drama oder Terror zu verbinden und verfehlt die Essenz des psychologischen Horrors der Filme komplett."

Grauenhafte Aliens   

Nicht nur verfehle das Spiel den besonderen Nervenkitzel der Filme, auch die Spielmechaniken können modernen Standards nicht gerecht werden. "Es ist ein enttäuschender Korridor-Shooter, verdorben durch lächerliche Dialoge und einen kooperativen Modus, der das Spiel noch schlechter macht, als wenn man es alleine angeht. 'Colonial Marines' ist in jeder Hinsicht unterdurchschnittlich: Es ist viel zu leicht, unspannend und vermisst jegliche Form der Variation", heißt es im Test von Gamespot.

Im NeoGAF-Forum wurde unterdessen ein Animated-GIF veröffentlicht, dass die schwache künstliche Intelligenz der Aliens verdeutlichen soll, die sich wie Menschen in sperrigen Kostümen bewegen. "Das 'Alien'-Franchise verdient etwas Besseres."

Wie konnte das passieren?

"'Aliens: Colonial Marines' ist mehr als eine Enttäuschung. Es ist geradezu deprimierend. Ich kann nicht sagen, ob es das Resultat eines geringen Budgets, einer übereilten Entwicklung oder schlichter Gleichgültigkeit ist. Aber den Nerv zu haben, das als Vollpreisspiel zu veröffentlichen, ist unentschuldbar", resümiert Destructoid. Branchenbeobachter spekulieren einstweilen, ob einfach zu viele Köche am Werk waren. Gearbox wird zwar als Hauptentwickler geführt, daran gearbeitet haben allerdings auch die Studios Timegate, Nerve Software und Demiurge. Dem Spiel wurde in jedem Fall nicht das Maß an Aufmerksamkeit geschenkt, das eine Produktion in dem Format verdient. "Es ist schlicht und ergreifend nicht fertig und es ist mit Sicherheit keine legitime Fortsetzung von 'Aliens'." Einige der zahlreichen Fehler hat Eurogamer in einem Video festgehalten.

Dass das Spiel viel zu früh erschienen ist, betont auch Videogamer. In einem Video zeigen sie, wie Kunden durch eine aufpolierte Demo getäuscht werden. Die Testversion sei klar besser, als das fertige Spiel. (zw, derStandard.at, 14.2.2013)

  • Aliens: Colonial Marines
Für: PC, PS3, Xbox 360, Wii UVon: Sega/Gearbox SoftwareAb: 18 JahrenUVP: 59,99 Euro
    foto: sega

    Aliens: Colonial Marines

    Für: PC, PS3, Xbox 360, Wii U
    Von: Sega/Gearbox Software
    Ab: 18 Jahren
    UVP: 59,99 Euro

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