Europas Leitbörsen einheitlich im Plus

13. Februar 2013, 13:59
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Vodafone erwägt Kauf von Kabel Deutschland - SocGen nach schwachen Zahlen Schlusslicht

Frankfurt am Main - Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch nach einem verhaltenen Beginn einheitlich in die Gewinnzone gedreht. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 8,38 Einheiten oder 0,32 Prozent auf 2.657,21 Punkte an. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.30 Uhr mit 7.712,20 Punkten und einem Plus von 52,01 Einheiten oder 0,68 Prozent. Der FTSE-100 der Börse London legte um minimale 3,39 Zähler oder 0,04 Prozent auf 6.341,77 Stellen zu.

Händler nannten vor allem den Inflationsbericht der Bank of England (BoE) als stützend. Die Zentralbanker prognostizieren den Briten ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im ersten Quartal des laufenden Jahres. Die Inflation werde bis 2016 über der zwei Prozent-Marke bleiben, hieß es weiter.

Industriedaten durchwachsen

Durchwachsener fielen dabei die Daten der Industrie in der Eurozone aus: Die Industrieproduktion stieg im Dezember zwar um 0,7 Prozent (Prognose: 0,2 Prozent) zum Vormonat gestiegen. Im Jahresvergleich fiel die Industrieproduktion im Dezember jedoch um 2,3 Prozent. Allerdings war der Rückgang im Vormonat mit 3,7 Prozent noch deutlich höher. Zudem musste Italien bei der Auktion von Staatsanleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten überwiegend höhere Renditen zahlen.

Ein europäischer Branchenvergleich wies die Automobilbranche (plus 1,33 Prozent) und die Chemieindustrie (plus 1,17 Prozent) als Sektoren mit den größten Aufschlägen aus, während die Bankbranche mit einem kleinen Minus von 0,18 Prozent schwächster Sektor war.

Societe Generale rangierten auch zu Mittag am unteren Ende des Euro-Stoxx-50, sie verloren 3,89 Prozent auf 31,39 Euro. Die französische Großbank hatte wegen Abschreibungen, Kosten für Rechtsstreitigkeiten und die Neubewertung von eigenen Schulden einen Verlust im Schlussquartal bekanntgegeben. Unterm Strich fiel wegen der vielen Sondereffekte im vierten Quartal ein Verlust von 476 Mio. Euro an. Das Minus fiel damit etwas höher aus als Experten erwartet hatten. Im Jahr davor hatte die Bank im vierten Quartal noch 100 Mio. Euro verdient.

ING unter schwächsten Werten

Mit ING (minus 2,73 Prozent auf 6,75 Euro) schlitterte ein weiterer Finanzkonzern wegen einer durchwachsenen Bilanz unter die schwächsten Werte im Verlauf. Das niederländische Unternehmen hat im vierten Quartal überraschend wenig Gewinn erwirtschaftet und baut nun weitere 2.400 Stellen ab. Unter dem Strich lag das Ergebnis bei 1,434 Mrd. Euro. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten einen Gewinn von 1,587 Mrd. Euro erwartet.

Stärkste Aktie im Euro-Stoxx-50 war weiter jene des irischen Baustoffkonzerns CRH, sie stieg um 2,44 Prozent auf 16,16 Euro. Gefolgt wurde sie von BBVA (plus 1,58 Prozent) und Air Liquide (plus 1,32 Prozent).

Der britische Mobilfunkriese Vodafone erwägt laut einem Magazinbericht die milliardenschwere Übernahme von Deutschlands größtem Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland. Der neue Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum habe mit dem Konzern-Strategiechef Warren Finegold einen Geschäftsplan für eine Akquisition durchgerechnet, berichtete das "Manager Magazin". Vodafone verbilligten sich in London um 1,74 Prozent auf 170,49 Pence, Kabel Deutschland kletterten im Frankfurter MDAX um 12,27 Prozent auf 71,67 Euro nach oben.

Eine heftige Erkältungswelle in den USA hat den Gewinn des immer stärker auf Gesundheits- und Hygieneartikel fokussierten britischen Konzerns Reckitt Benckiser nach oben getrieben. Der bereinigte Gewinn pro Aktie sprang im vergangenen Jahr um 7 Prozent auf 264,4 Pence nach oben. Damit übertraf der Konsumgüter-Konzern sowohl die eigenen Ziele, als auch die Erwartungen der Analysten. Für das laufende Jahr peilt Reckitt ein Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent an. Im Londoner "Footsie" stiegen Reckitt Benckiser um 2,25 Prozent auf 4.461,00 Pence. (APA, 13.2.2013)

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