S&P senkt erneut Daumen über Slowenien

13. Februar 2013, 09:12
posten

Ljubljana/London - Die US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) hat die Bonitätseinstufung für Slowenien gesenkt. Diesen Schritt hatte der Ratingriese bereits angekündigt. Die langfristige Bewertung wurde um eine Stufe auf A- verringert, die kurzfristige Einstufung sank ebenfalls um eine Stufe auf A-2. Weitere Maßnahmen stehen allerdings nicht bevor, der Ausblick lautet auf "stabil". S&P begründete die Maßnahme mit der steigenden Schuldenlast Sloweniens und den unsicheren Wachstumsaussichten.

Schlechte Nachrichten gab es am Dienstag auch vom slowenischen Bankensektor. Laut der Wirtschaftszeitung "Finance" hat die Branche im Vorjahr einen Rekordverlust verzeichnet. Der Vorsteuerverlust lag demnach bei 600 bis 650 Millionen Euro. Damit fiele das Minus noch höher aus als im Jahr 2011, als der Vorsteuerverlust des Bankensektors 539 Millionen Euro betrug. 

Hohe Wertberichtigungen

Slowenische Banken mussten 2012 Rückstellungen und Wertberichtigungen im Ausmaß von 1,5 Milliarden Euro vornehmen, was 30 Prozent mehr war als im Jahr davor war, so die Zeitung. Alleine im Dezember betrugen die noch nicht endgültigen Wertberichtigungen nach Angaben des Wirtschaftsinstituts der Regierung (UMAR) 470 Millionen Euro und damit 46 Prozent mehr als im Dezember 2011.

Die Ratingagenturen Standard & Poor's, Moody's und Fitch stuften bereits Anfang August des Vorjahres die Bonität Sloweniens herab. Als Gründe nannten sie die schlechte Verfassung des slowenischen Bankensektors und das Zögern der Regierung, die Probleme in Angriff zu nehmen. (APA/red, derStandard.at, 13.2.2013)

Share if you care.