Haftstrafen im Prozess um Adoptionsskandal in Frankreich

12. Februar 2013, 18:33
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Gruppe wollte 103 angebliche Waisenkinder aus Afrika schmuggeln

Paris - Im Prozess zum Adoptionsskandal um angebliche Waisenkinder aus Afrika sind die beiden Hauptbeschuldigten am Dienstag zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Der Vorsitzende der französischen Organisation Arche de Zoe und seine Lebensgefährtin wurden noch im Gerichtssaal in Paris festgenommen. Die vier anderen Angeklagten wurden zu Bewährungsstrafen zwischen sechs Monaten und einem Jahr verurteilt, die Organisation zur Zahlung von 100.000 Euro Geldstrafe.

Im Oktober 2007 waren im Osten des Tschad 17 Europäer - unter ihnen neun Franzosen - festgenommen worden. Sie hatten versucht, 103 Kinder illegal nach Frankreich zu bringen. Die Kinder wurden von der Organisation als Waisen aus der sudanesischen Krisenregion Darfur ausgegeben. In Wirklichkeit stammten sie aber aus dem Tschad, die meisten von ihnen hatten Angehörige.

Neben dem Vorsitzenden der Gruppe und seiner Lebensgefährtin mussten sich ein Arzt, ein Logistik-Experte, eine Journalistin und ein weiteres Mitglied von Arche de Zoe vor Gericht verantworten. Vier von ihnen waren bereits im Tschad zu acht Jahren Arbeitslager wegen Kindesentführung verurteilt, später aber an Frankreich ausgeliefert worden. Als Nebenkläger traten französische Familien auf, die mit Hilfe der Organisation Kinder aus Afrika adoptieren wollten. (APA, 12.2.2013)

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