Wintereinbruch in Ostösterreich erwartet

12. Februar 2013, 18:05
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Im Osten des Landes ist am Mittwoch mit erheblichen Schneefällen zu rechnen, sagt Wetterexperte Andreas Schmölz

Wien - Ein umfangreiches Wettertief aus Italien sorgt seit der Nacht auf Dienstag für feuchte Luftmassen und den erneuten Wintereinbruch in Österreich. Das winterliche Wetter soll bis Donnerstag anhalten, mit Neuschnee bis zu 30 Zentimeter.

In Bregenz nahmen die Schneemengen bereits ein Rekordmaß seit Aufzeichnungsbeginn an: Mit einer Schneehöhe von 70 Zentimetern wurde das Höchstmaß aus dem Jahr 1965 übertroffen. Auch einen Höchstwert beim Neuschnee konnte die Vorarlberger Hauptstadt verzeichnen - 52 Zentimeter innerhalb von 24 Stunden. Mit weiteren Schneerekorden rechnet Meteorologe Andreas Schmölz vom Wetterdienst Ubimet jedoch nicht, es seien aber "Mengen, wie sie nicht jedes Jahr vorkommen" zu erwarten. Im Interview erklärt er, womit in den kommenden Tagen noch zu rechnen ist.

derStandard.at: Welche Schneemengen sind in den nächsten Tagen in Österreich zu erwarten?

Schmölz: Am meisten Schnee erwarten wir im Osten und Süd-Osten Österreichs, da werden wir bis Donnerstagfrüh 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee bekommen. Je weiter man nach Westen kommt, desto weniger. Westlich von Salzburg und Villach rechnen wir mit fünf bis maximal zehn Zentimeter.

derStandard.at: Mit wie viel Schnee ist in Wien noch zu rechnen?

Schmölz: Der Schneefall wird am Mittwoch ohne wesentlichen Unterbrechungen bis am Abend anhalten und teilweise sehr intensiv sein. Im Laufe der Nacht auf Donnerstag lässt der Schneefall deutlich nach. Bis dahin werden es aber noch 15 bis 20 Zentimeter Neuschnee. Im Westen von Wien vielleicht sogar 25 Zentimeter.

derStandard.at: Welches Bundesland ist am stärksten vom momentanen Schneefall betroffen?

Schmölz: Niederösterreich, danach kommen Wien und Burgenland, aber auch die östliche und süd-östliche Steiermark sind stark betroffen.

derStandard.at: Wird es am Mittwoch in der Früh wesentliche Beeinträchtigungen in Wien geben?

Schmölz: In Wien wird das übliche Chaos herrschen. Der öffentliche Verkehr und der Individualverkehr werden in der Früh wohl deutlich beeinträchtigt sein. Gerade in den Außenbezirken wird der Pendler-Verkehr sicher stark beeinflusst. Dazu kommt lebhafter Nord-West-Wind, der vom Weinviertel über Wien ins Nord-Burgenland zieht und ziemliche Probleme verursachen wird, weil er den Schnee sehr stark verweht. Ich denke, man muss sich auf große Beeinträchtigungen einstellen.

derStandard.at: Wird in den Bergregionen die Lawinengefahr steigen?

Schmölz: Bei diesen Schneemengen muss man sicher damit rechnen, dass die Lawinengefahr zumindest deutlich ansteigt.

derStandard.at: Was hat das Wetter mit dem Klimawandel zu tun?

Schmölz: Es ist schwierig von einem Ereignis auf den Klimawandel zu schließen. In den 1980er Jahren hat es immer wieder solche Schneefallereignisse gegeben. Diese kommen im Schnitt alle vier oder fünf Jahre vor. Auch wenn es jetzt in Wien das zweite ungewöhnliche Ereignis infolge ist, ist das alles noch im Rahmen - das kann man nicht auf den Klimawandel zurückführen.

derStandard.at: Wie geht die globale Klimaerwärmung mit Rekordschneemengen einher?

Schmölz: Da ist sich die Wissenschaft noch nicht einig, welche Auswirkungen die Erderwärmung auf das Wetter bzw. das Klima hat. Es könnte nämlich auch durchaus sein, dass mit dem Klimawandel die Winter bei uns in Mitteleuropa kälter und schneereicher werden – diese Aussage ist aber mit Vorsicht zu behandeln. Das ist jedenfalls eine These, die in der Wissenschaft zunehmend verbreitet wird. Wirkliche Beweise dafür gibt es aber nicht. (Oona Kroisleitner, derStandard.at, 12.2.2013)

  • Die Frühlingsschuhe müssen noch eine Weile im Schrank bleiben. Bis Donnerstag hält der Schneefall an und sorgt für bis zu 30 Zentimeter Neuschnee und Verkehrschaos im Osten.
    foto: matthias cremer

    Die Frühlingsschuhe müssen noch eine Weile im Schrank bleiben. Bis Donnerstag hält der Schneefall an und sorgt für bis zu 30 Zentimeter Neuschnee und Verkehrschaos im Osten.

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