Die Zeit ist reif für die Smartwatch

  • Pebble
    foto: hersteller

    Pebble

  • Vea Buddy
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  • I'm watch
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    I'm watch

  • Motorola Motoactv
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    Motorola Motoactv

  • Sony Smartwatch
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    Sony Smartwatch

Einzelne Funktionen sollen vom Smartphone an die Armbanduhr ausgelagert werden

Schon als Commander Cliff Allistar McLane alias Dietmar Schönher in den 1960er-Jahren an Bord der Orion am Rande der Unendlichkeit dahinschwebte, wurden sogenannte am Handgelenk fixierte HSG (Handsprechgeräte) zu Kommunikationszwecken genutzt. Doch es brauchte etliche Dekaden und Fehlschläge, bis die Idee aus dem Science-Fiction-WeKosmos, Telefon und Armbanduhr zu verschmelzen, in der realen Geräte-Welt Fuß fasste.

Zeit reif für Smartwatches

Viele Marktbeobachter sind sich einig: Die Zeit (und Technik) ist reif für so eine Uhr. Die Größe mancher Mobiltelefone kommt Mini-Tablets nahe, einhändiges Bedienen erschwerend. Gleichzeitig lassen sich in immer kleineren Geräten immer mehr Funktionen unterbringen.

Subsumiert werden die kompakten Mobilfunkzwerge unter dem Begriff Smartwatch. Etliche Hersteller wie etwa die italienische Firma I'm, Japans Sony oder das über das Crowdfundingportal Kickstarter finanzierte Pebble-Projekt drängen mit ihren Kreationen bereits in den Markt. Dass Berichten von Wall Street Journal und New York Times zufolge nun auch Apple eine eigene Smartphoneuhr aufziehen will - wobei sich als Bezeichnung iWatch förmlich aufdrängt - spricht für die Erwartung eines Milliardenmarktes.

Zwar gab es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder Versuche, die Vorteile damaliger Handys mit Uhren zu verbinden. 2003 debütierte Microsoft auf der Consumer Electronic Show in Las Vegas mit der Spot-Uhr (Smart Personal Objects Technology). Doch das Projekt versandete wie davor die Weiterentwicklung des Tablet PC. Andere funkende Uhren blieben ob ihres Preises von 500 Euro und mehr Nischenprodukte.

Preis, die zunehmende Verbreitung von Smartphones und damit verbundenen smarten Programmen (Apps) sowie simple Lust von Trendsettern auf Neues, das nicht jeder hat, sind Treiber für die Nachfrage von Smartwatches. Sonys Smartwatch liegt bei etwa 80 Euro. Für die rund 115 Euro teure Pepple-Uhr gab es 85.000 Vorbestellungen, die seit Ende Jänner langsam abgearbeitet werden.

Teamplayer für Smartphones

Das kleine Smartphone am Handgelenk ist ein Teamplayer, das sich via Bluetooth mit einem großen Bruder wie Mobiltelefon oder Tablet zur Datenübertragung verbindet. Ein eingebauter Lautsprecher und Mikrofon macht es zum Freisprechgerät. Es lassen sich SMS, kürzere Mails, Tweets empfangen, Statusmeldungen von Facebook anzeigen, Musik hören. Fitnessfans kommen ebenfalls auf ihre Kosten: Beschleunigungsmesser und Magnetometer sorgen für zusätzliche Funktionen wie Schrittzähler und Kompass. Und dann war da noch was: die intelligente Uhr zeigt natürlich auch die Zeit an, je nach Hersteller gar in verschiedenen Zifferdesigns.

Bereits Ende 2012 gab es Gerüchte über ein Apple Smartwatch. Von einer iWatch des iPod-, iPhone- und iPad-Herstellers wird natürlich in jeder Hinsicht das Tüpfelchen auf dem i erwartet. So heißt es bereits, das Design der angeblichen Apple-Uhr könnte sich dank eines biegbaren Glases an das Handgelenk anpassen. Apples iUhr könnte zur Steuer- und Kontrollstelle für andere Apple-Geräte werden: zur Spracheingabe für Siri, in Verbindung mit der Ticket-App "Passport" zum digitalen Kartenhalter oder als Second-Screen für das iPhone-Display: "Anruf von Zuhause". Oder es könnte über integrierte NFC-Chips mit einem Schwenk des Handgelenks bezahlt werden. (Karin Tzschentke, DER STANDARD, 12.2.2013)

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