Betriebe holen sich nur Bruchteil an Förderung

12. Februar 2013, 15:02
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Die Arbeiterkammer sieht die Unternehmen in der Pflicht, mehr Mädchen in nicht-traditionellen Berufen auszubilden

Wien - Die Arbeiterkammer sieht bei der Ausbildung von Mädchen in nicht-traditionellen Lehrberufen die Unternehmen gefordert. "Die Betriebe müssen sich mehr in der handwerklich-technischen Ausbildung von Mädchen engagieren", forderte AK-Vizepräsidentin Renate Kollermann am Dienstag auf der Veranstaltung "Junge Frauen in nicht traditionellen Lehrberufen" in der AK Wien. Und vor allem bringe "die nicht traditionelle Ausbildung höhere Löhne für Frauen."

Entscheidender Schritt für Schließung der Lohnschere

Viele Mädchen lernen nach wie vor Friseurin oder Verkäuferin. In diesen Berufen liegen der Einstiegslohn oder das Einstiegsgehalt nach dem Lehrabschluss unter 1.400 Euro brutto im Monat.  Hätten Frauen etwa einen metallverarbeitenden Beruf erlernt, verdienten sie jedenfalls mehr als 1.900 Euro brutto. "Allein das sollte Grund genug sein, um die handwerklich-technische Ausbildung stärker zu fördern", sagte Kollermann.

Die Ausbildung in atypischen Berufen ist für Mädchen kein Problem, wenn der Betrieb Vorurteilen gegenübertritt, geht aus einem am Dienstag vorgestellten Bericht des Vereins "sprungbrett für Mädchen" hervor. In dem Bericht "Trends over Time" werden Erfahrungen aus Betrieben, die sich um den amaZone-Award für die handwerklich-technische Ausbildung von Mädchen und jungen Frauen beworben haben, präsentiert.

Der sprungbrett-Bericht zeige, dass Mädchen und junge Frauen für den Einstieg in einer handwerklich-technische Ausbildung noch einiges Selbstbewusstsein brauchen, so die AK. Die Erzählungen der für den Bericht interviewten Mädchen und jungen Frauen belegten ein hohes Maß an Durchhaltevermögen und die Bereitschaft, sich gegenüber diskriminierenden Anreden durchzusetzen. Am wenigsten Probleme hätten demnach junge Frauen dort, wo der Betrieb selbst aktiv gegen Geschlechterdiskriminierung vorgehe.

Nur ein Bruchteil des Fördervolumens wird von Betrieben abgeholt

Betriebe können sich beispielsweise den gleichmäßigen Zugang von jungen Frauen und jungen Männern zu den verschiedenen Lehrberufen fördern lassen. Von den jährlich fünf Millionen Euro Fördermitteln würden aber nur 100.000 Euro abgeholt. "Die Betriebe müssen mehr tun", so Kollermann.

Notwendig sei auch gendersensible Bildung im Kindergarten, in der Schule und bei der Berufsorientierung. Initiativen zur Förderung von Mädchen und jungen Frauen in nicht traditionellen Berufen, etwa die Arbeitsmarktservice-Maßnahmen "Frauen in die Technik" und "Mädchen in die Technik", sollten weitergeführt und ausgebaut werden. (APA, 12.2.2013)

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