Österreich bekommt Rabatt für Russlandgas

12. Februar 2013, 13:41
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Den Großteil seines Gasbedarfs deckt Österreich mit russischen Importen ab, Gazprom gewährt unter Preisdruck Preisnachlass

Wien - Die Erdölförderung in Österreich war im Vorjahr weitgehend stabil. Einschließlich Natural Gas Liquids (NGL), also Kondensate, wurden 917.352 Tonnen (-0,2 Prozent) gefördert. Um 8,7 Prozent auf rund 1,73 Mrd. m3 gestiegen ist jedoch die Erdgasförderung, wie die Geologische Bundesanstalt bekannt gab.

Für den Anstieg ist die RAG (Rohöl-Aufsuchungs-AG) verantwortlich, die um 57,2 Prozent mehr Gas produziert hat als im Vorjahr. Der Anteil der RAG an der österreichischen Gesamtproduktion beträgt knapp ein Viertel. Die Gasförderung der OMV in Österreich ging dagegen um 1,3 Prozent zurück. Der Inlandsgasverbrauch ist laut Daten der E-Control im Jahr 2012 um 4,5 Prozent auf 8,57 Mrd. Kubikmeter gesunken.

Nachlass für russische Gasimporte

Den Großteil seines Gasbedarfs deckt Österreich mit russischen Importen ab. Russland musste aufgrund des Preisdrucks seinen europäischen Kunden mehrfach Nachlässe gewähren. Laut der Branchenzeitung "Energiedienst" soll der russische Gasmonopolist Gazprom nun erneut Rabatte gewährt haben - Österreich kann demnach mit einem Nachlass von 11 Prozent rechnen, heißt es in der russischen Zeitung "Iswestija".

Rekord bei Erdölförderung

Weltweit wurden 2012 täglich (laut Oil & Gas Journal 46/2012) rund 75,7 Millionen Fass Erdöl (inkl. Kondensate) gefördert. Die Welterdölförderung stieg somit um 2,9 Prozent, auf den bisher höchsten Wert aller Zeiten. Während das Öl-Ausbringen der Nicht-OPEC-Staaten um 5,0 Prozent auf 43,6 Mio. Fass pro Tag (barrels/day, bpd) anstieg - das waren 2,18 Mrd. t oder 57,6 Prozent der Gesamtförderung -, begnügten sich die OPEC-Länder mit einen Förderanstieg um 1,4 Prozent auf 32,1 Mio. bpd (1,60 Mrd. t oder 42,4 Prozent der Gesamtförderung). Die im "BP Statistical Review of World Energy" für Juni 2013 zu erwartenden Produktionszahlen liegen üblicherweise um bis zu 10 Prozent darüber, Statistiken der OPEC setzen die Welt-Erdölproduktion noch höher an.

Die weltweiten "sicheren" und "wahrscheinlichen" Öl-Vorräte (inklusive Ölsande und Schweröle) reichen nach Einschätzung der Geologischen Bundesanstalt noch für 62 Jahre, die Gasvorräte für 59 Jahre. Die "geschätzten zusätzlichen Ressourcen" gehen noch weit darüber hinaus. (APA, 12.2.2013)

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    Russland musste aufgrund des Preisdrucks seinen europäischen Kunden mehrfach Nachlässe gewähren. Auch Österreich dürfte davon profitieren.

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