Maßloser Cola-Konsum soll Neuseeländerin getötet haben

12. Februar 2013, 14:01
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30-Jährige trank bis zu ihrem Tod täglich zehn Liter der koffeinhaltigen Limonade - Das entspricht über einem Kilo Zucker pro Tag

Wellington - Der übermäßige Konsum von Coca-Cola hat nach Meinung eines neuseeländischen Gerichtsmediziners maßgeblich zum Tod einer 30-jährigen Frau geführt. Bei Würdigung aller vorliegenden Beweise komme er zu dem Schluss, dass die Mutter von acht Kindern "nicht zu dem Zeitpunkt und auf die Art" gestorben wäre, hätte sie nicht täglich zehn Liter der zucker- und koffeinhaltigen Limonade getrunken, sagte David Crerar am Dienstag. Er forderte den Coca-Cola-Konzern auf, seine koffeinhaltigen Produkte mit Gesundheitswarnungen zu versehen.

Die aus Invercargill im Süden Neuseelands stammende Natasha Harris trank nach Crerars Angaben jahrelang rund zehn Liter Coca-Cola am Tag, bevor sie im Februar 2010 starb. Harris hatte demnach mehrere Gesundheitsprobleme, die in Verbindung mit dem "extremen" Konsum des Softdrinks gebracht werden könnten und eine Rolle bei den Herzrhythmusstörungen gespielt hätten, an denen sie schließlich starb.

Mehr als ein Kilogramm Zucker täglich

Eine Untersuchung der Toten hatte ergeben, dass sie eine vergrößerte Leber hatte. Dies wurde auf Fettablagerungen zurückgeführt, die durch exzessive Zuckerzufuhr ausgelöst wurden. Mit der Menge an Cola nahm die Frau täglich 1,06 Kilogramm Zucker zu sich. Zudem wurde ein zu geringer Kaliumgehalt im Blut gemessen. Dadurch können die Herzfunktionen beeinträchtigt werden. Harris trank keine alkoholischen Getränke, rauchte aber bis zu 30 Zigaretten am Tag.

Bereits vergangenes Jahr relativierte die Ernährungswissenschaftlerin Lisa Te Morenga gegenüber der Nachrichtenagentur AP, dass der übermäßige Konsum jeglicher Flüssigkeit, auch von Wasser, zu den bei Harris festgestellten Gesundheitsschäden führen könne.

Die Familie von Harris hatte berichtet, dass diese vor ihrem Tod über Herzrasen geklagt hatte. Die achtfache Mutter sei süchtig nach Coca-Cola gewesen. "Sie flippte aus, wenn (kein Cola) mehr da war (...), sie fing an zu zittern, hatte Entzugserscheinungen, wurde wütend, nervös, bissig", sagte ihre Schwiegermutter Vivien Hodgkinson bei einer Befragung zum Tod der 30-Jährigen. Nach Angaben der Familie mussten Harris alle Zähne gezogen werden, weil sie wegen des übermäßigen Cola-Konsums völlig verfault waren. (APA/red, derStandard.at, 12.2.2013)

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    Die Installation "The Practice of Market Realism" des weißrussischen Künstlers Wladimir Zesler in Minsk.

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