Schneefälle beeinträchtigen Verkehr in Ostösterreich

12. Februar 2013, 11:31
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Zahlreiche Unfälle auf den Straßen - Ein Todesopfer in Niederösterreich - Verspätungen bei Öffis in Wien - Gebührenpflicht für Kurzparkzonen in Wiener Neustadt aufgehoben - Verkehrsprobleme auch in den Nachbarländern

Starke Schneefälle in Ostösterreich haben in der Nacht auf Dienstag für einen Großeinsatz der Winterdienste und Einsatzkräfte gesorgt.

In Wien waren am Vormittag 1.400 Einsatzkräfte unterwegs. Bei Bus und Bim kam es laut Wiener Linien aufgrund der Witterung zu Verspätungen. Gründe waren etwa Verkehrsunfälle auf den Routen oder verstopfte Weichen.

In Niederösterreich hat ein Verkehrsunfall bei winterlichen Bedingungen ein Todesopfer gefordert, teilte "144 - Notruf NÖ" mit: In Matzles im Bezirk Waidhofen an der Thaya waren ein Pkw und ein Bus zusammengestoßen. Beide Autoinsassen wurden eingeklemmt und mussten von der Feuerwehr aus dem Fahrzeug geborgen werden. Für ein Unfallopfer kam jedoch jede Hilfe zu spät, das zweite wurde schwer verletzt. Der Lenker des leeren Postbusses erlitt leichte Verletzungen.

In Wiener Neustadt wurde die Gebührenpflicht für Kurzparkzonen wegen der starken Schneefälle vorübergehend aufgehoben. Die Aufhebung gilt vorerst aber nur für Dienstag. Am Mittwoch werde in der Früh "je nach Wetterlage entschieden, ob es eine Fortsetzung gibt", so der Magistrat.

Verzögerungen am Flughafen

Am Flughafen Schwechat lagen am Vormittag circa zehn Zentimeter Schnee. Drei Flüge wurden komplett gestrichen, nachdem sie wegen wetterbedingter Verzögerungen mit anderen Flügen zusammengelegt worden waren. "Schneeräumung und Enteisung werden eingesetzt", sagte Flughafen-Sprecher Peter Kleemann. "Wir raten den Passagieren, vor der Fahrt zum Flughafen sich über den Status des Fluges zu informieren", so Kleemann. Der Winterdienst wird bis auf Weiteres "voll in Bereitschaft stehen", auch am Mittwoch wird mit Beeinträchtigungen gerechnet.

Dem südlichen Niederösterreich und dem Weinviertel hatte das Winterwetter den meisten Schnee beschert. Laut Landespressedienst waren es in der Früh jeweils etwa acht Zentimeter, im Mostviertel und im Waldviertel hingegen nur zwei bis sechs Zentimeter.

Teilweise Kettenpflicht

Kettenpflicht für alle Fahrzeuge bestand vorerst nicht nur auf einigen niederösterreichischen Bergstraßen, sondern auch im Weinviertel auf der L 3085 von Klement bis Ernstbrunn und der L 3086 von Klement bis zur L 3085. In der Region musste ebenso wie im Mostviertel und Industrieviertel abschnittsweise auch mit Schneeverwehungen gerechnet werden. Nach wie vor gesperrt blieb der Grenzübergang an der L 3016 bei Angern an der March.

Im Burgenland hat der starke Schneefall vor allem den Autofahrern tiefwinterliche Verhältnisse beschert.Mehrere Pkw und Lkw mussten geborgen werden, bei Verkehrsunfällen wurden zwei Personen leicht verletzt. Am Vormittag war ein Ende der Einsatzwelle noch nicht abzusehen. Rund ein halbes Dutzend Feuerwehren waren gleichzeitig mit der Hilfeleistung beschäftigt.

In der Steiermark herrschte auf der Südautobahn (A2) im Pack- und Wechselabschnitt Kettenpflicht für Schwerfahrzeuge über 3,5 Tonnen. In der Landeshauptstadt Graz sorgten die stellenweise rund zehn Zentimeter Neuschnee nur für geringe und punktuelle Verzögerungen im Frühverkehr. Viele Menschen ließen offenbar ihre Fahrzeuge von vorneherein stehen, benützten Öffis oder verschoben ihre Fahrten. Lediglich in der zentralen Herrengasse kam es zu kurzen wechselseitigen Behinderungen durch Trams und Lieferwagen.

Lediglich im oststeirischen Bezirk Weiz kam es witterungsbedingt zu einem Unfall zwischen einem Pkw und einem Triebwagenzug der Steiermärkischen Landesbahnen. Die Bahnstrecke Weiz - Gleisdorf war durch den Unfall eine Stunde gesperrt.

Die ÖBB hatten keine Behinderungen im Zugverkehr zu vermelden. Allerdings hatte die slowenische Eisenbahn die Abfertigung von Güterzügen vorübergehend eingestellt, was sich laut ÖBB vor allem auf die Bahnverbindungen von Kärnten nach Slowenien auswirkte.

Schnee auch in den Nachbarländern

Andauernde Schneefälle in Italien und Slowenien haben Hunderte Lastwagen nicht nur in den österreichischen, sondern auch in den ungarischen Grenzgebieten blockiert. Allein im westungarischen Bezirk Zala kamen am Dienstag fast 800 Lkw nicht weiter, weil Slowenien am Vortag seine Grenzen für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen gesperrt hatte.

Für die Lastwagen, die in Ungarn feststecken, reichten die Parkplätze entlang der Autobahnen und Fernstraßen nicht mehr aus. Sie stehen nun auch auf Pannenstreifen und an den Straßenrändern und behindern den Verkehr, meldete die amtliche Nachrichtenagentur MTI. Die ungarischen Behörden rechnen mit einer Dauer von zwei Tagen, bis sich die Lage wieder normalisieren wird.

Einreisesperre für Lkw in Slowenien aufgehoben

Nach der Beendigung der Grenzsperre zu Italien in Arnoldstein (Kärnten) haben kurz vor 11 Uhr auch die Slowenen ihre Sperre für Lkw über 7,5 Tonnen aufgehoben. Weiterfahren dürfen vorerst aber nur Schwerfahrzeuge mit Ziel in Slowenien selbst. Etwa 300 Lkw-Lenker haben die Nacht im Bereich des ehemaligen Zollamtsplatzes Spielberg verbracht, ein Großteil kann nun die Fahrt fortsetzen.

Durch die österreichische Kettenpflicht für Lkw über 3,5 Tonnen wurden auch die speziellen Anlegeplätze bei Grimmenstein (Niederösterreich) oder Breitenau verstärkt in Anspruch genommen. Die Anzeige der Kettenpflicht erfolgte über die elektronischen Überkopfanzeiger. Dennoch blieben im Wechselabschnitt einige Lkw hängen. Die Lkw-Abstellplätze auf den Autobahnen in der Steiermark Richtung Kärnten begannen sich hingegen wieder zu leeren, da die italienischen Behörden laut Asfinag das am Montag verhängte Einreiseverbot für Lkw über 7,5 Tonnen am Vormittag aufhoben.

Staus in Südbayern

Das mittlerweile aufgehobene Einreiseverbot für Lastwagen nach Italien hat auch zu kilometerlangen Staus auf südbayerischen Autobahnen geführt. Am stärksten betroffen war die Inntalautobahn A93 von Rosenheim bis zur österreichischen Grenze in Kiefersfelden. Die Lkw standen dort am Dienstag auf einer Länge von 20 Kilometern vor dem früheren Grenzübergang. "Die rechte Spur ist praktisch blockiert", sagte ein Polizeisprecher in Rosenheim.

Auf der linken der beiden Fahrspuren bildete sich zudem ein fünf Kilometer langer Stau. "Die Fahrt nach Österreich dauert für Pkw dort eine halbe Stunde länger als sonst", erläuterte der Sprecher. Auf der Autobahn München-Salzburg (A8) lief der Verkehr dagegen weitgehend störungsfrei. Allerdings waren von München bis zur Landesgrenze bei Bad Reichenhall alle Parkplätze von Lastern belegt. (APA/red, 12.2.2013)

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