Serbien: Neue Beweise zu Journalistenmord

11. Februar 2013, 18:12
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Potenzielle Zeugen um Sicherheitsgarantien für Familien bemüht

Der knapp 14 Jahre zurückliegende Mord am Belgrader Publizisten und Herausgeber Slavko Curuvija steht laut der Tageszeitung "Blic" dank neuer, wesentlicher Beweise kurz vor der Aufklärung. Unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichtete das Blatt am heutigen Montag, dass jedoch weiterhin Zeugen fehlten, die diese Beweise auch bestätigen würden.

Die jüngsten Beweise würden laut dem Blatt die direkte Verwicklung des ehemaligen Nachrichtendienstes SDB (Staatssicherheitsdienst) in die Ermordung des Journalisten bestätigen.

Curuvija wurde im April 1999 inmitten der NATO-Luftangriffe gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien (Serbisch-Montenegro) vor seiner Belgrader Wohnung erschossen. Die Familie vermutet Mira Markovic, die Gattin des damaligen Staatschefs Slobodan Milosevic, hinter dem Mordangriff.

Beweise sichergestellt

Der frühere Koordinator der serbischen Nachrichtendienste, Miodrag Rakic, erklärte erst kürzlich, dass es den Behörden im Jahr 2011 gelungen sei, Beweise im Fall Curuvija sicherzustellen. Auch soll es aussagewillige Zeugen geben, allerdings würden sie auf Sicherheitsmaßnahmen für ihre Familien beharren. Rakic zufolge wollten die potenziellen Zeugen die Garantien der damaligen Regierung angesichts der im Vorjahr bevorstehenden Wahlen nicht akzeptieren. Dies liegt demnach an der Regierung des Premiers Ivica Dacic.

Wegen der erst kürzlich aufgeflogenen Mafiakontakte des Ministerpräsidenten ist die neue Regierung derzeit stark angeschlagen. Neuwahlen noch vor Jahresende werden in der Öffentlichkeit nicht ausgeschlossen.

Curuvija war einer der bekanntesten Kritiker des Regimes von Milosevic. Milosevics Witwe lebt seit zehn Jahren in Moskau, wo sie auch russisches Asyl erhalten hat. (APA, 11.2.2013)

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